Grenzenlose Enttäuschung
Steve Jenkner stürzt am Sachsenring

Ausgerechnet bei seinem Heimspiel auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal sah der Lokalmatador am Sonntag die Zielflagge nicht. Steve Jenkner stürzte in der 18. von 27 Runden.

dpa HOHENSTEIN-ERNSTTHAL. Ein Rutscher über das Vorderrad beendete in der 18. von 27 Runden am Sonntag den Traum des Sachsen, in seinem 100. Grand Prix der 125-ccm-Klasse seinen zweiten Sieg einzufahren und die WM-Wertung offen zu gestalten. Zugleich stürzte er 91 800 Zuschauer bei Hochsommerwetter in grenzenlose Enttäuschung.

Nach dem 9. von 16 Läufen scheint der Zug in Richtung Weltmeistertitel ohne Jenkner abgefahren zu sein, zumal seine direkten Konkurrenten den Sieg unter sich ausmachten. Stefano Perugini (Italien) gewann vor Casey Stoner (Australien/Aprilia) und Alex de Angelis (San Marino/Aprilia). WM-Spitzenreiter Daniel Pedrosa (Spanien/Honda) wurde Vierter.

Vor der Rekordbesucherzahl von 204 000 an den drei Grand-Prix- Tagen - damit übertraf der deutsche WM-Lauf sogar das Motorrad-Mekka Jerez (203 324) - war der Hohenstein-Ernstthaler Dirk Heidolf in der Klasse bis 250 ccm bester Deutscher. Der Aprilia-Pilot wurde Elfter. Auch Wild-Card-Fahrer Max Neukirchner (Thalheim/Honda) holte sich beim ersten Saisonsieg des Italieners Roberto Rolfo (Honda) als 15. noch einen WM-Punkt, während Spitzenreiter Manuel Poggiali (San Marino/Aprilia) Achter wurde. In der "Königsklasse MotoGP setzte sich in einem dramatischen Finale der Spanier Sete Gibernau (Honda) vor Titelverteidiger und WM-Spitzenreiter Valentino Rossi (Italien/Honda) durch. Alexander Hofmann (Bochum/Kawasaki) belegte bei seinem 50. Grand-Prix-Einsatz Rang 17.

Er stand unter besonderem Druck

"Ich hab's richtig dick dieses Wochenende", brummte Jenkner in der Box. Das ganze Wochenende hatte er Beschleunigung an seiner Aprilia vermisst, und dann kam auch noch der Sturz hinzu. "Dieser zweite Nuller hätte nicht kommen dürfen. Ein zehnter Platz wäre heute vielleicht drin gewesen, aber der wäre auch nicht tröstlicher. Zwei Stürze hintereinander, das macht mir schon Kopfzerbrechen", gestand der auf Platz fünf der WM-Wertung abgerutschte Sachse.

Die 91 800 Zuschauer wollten ihren "Stevie" zum ersehnten Sieg treiben. Angesichts des riesigen Fan-Interesses stand Jenkner unter besonderem Druck. Startplatz neun war nicht nach dem Geschmack des Aprilia-Piloten. "In der ersten Kurve war ich schon eingeklemmt und konnte nicht wie gewünscht Gas geben. Und dann habe ich ziemlich schnell gemerkt, dass sich der breite Hinterreifen schnell aufzulösen begann", schimpfte Jenkner. Bis zur 10. Runde sah es noch gut aus, doch dann konnte er eine Lücke nicht mehr schließen.

"Da habe ich es mit Gewalt versucht und bin zu hohes Risiko gegangen. Eigentlich bilde ich mir etwas darauf ein, ein konstanter Fahrer zu sein. Nun habe ich aber schon drei Ausfälle in dieser Saison. Wir werden ab Mittwoch in Italien testen, damit ich in Brünn wieder konkurrenzfähig bin", erklärte der Familienvater, der nach dem Sturz versuchte, noch einmal weiterzufahren. Doch ein gebrochener Lenker machte dies unmöglich.

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