Grenzüberschreitende Kooperationen können nach einer Ifo-Studie helfen
Ostdeutschland unter Wettbewerbsdruck

Ostdeutschland ist mit der EU-Erweiterung von der Randlage der Europäischen Union in den Mittelpunkt gerückt. Doch Untersuchungen des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) lassen vermuten, dass die ostdeutsche Wirtschaft aus der direkten Nachbarschaft zu Polen und Tschechien nicht besonders profitiert.

ari DÜSSELDORF. Das DIW diagnostiziert beispielsweise, dass Bayern seine Grenzlage in der Vergangenheit besser genutzt hat als Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ihre räumliche Nähe zu Osteuropa. Sachsen grenzt 570 Kilometer lang gleich an zwei Beitrittsländer.

Diese drei ostdeutschen Länder hätten nicht nur anfängliche Vorteile der Handelsintensivierung mit den früheren Partnern aus Zeiten vor dem Fall des Eisernen Vorhangs verspielt. Sie hätten auch ihr Handelspotenzial nicht ausgeschöpft, das ihnen wegen Größe und räumlicher Nähe im Vergleich zu Sachsen- Anhalt und Thüringen zukomme, heißt es im jüngsten DIW-Vierteljahresheft. Theoretisch müssten aber die ostdeutschen Länder stärker von der zu erwartenden Ausdehnung des Handels mit Tschechien und Polen profitieren als die westdeutschen Länder.

Allerdings: Die Nähe ist kein Garant. "Die ostdeutsche Industrie wird eher indirekt aus dem Produktionsverbund mit westdeutschen und ausländischen Konzernen Nutzen ziehen, die sich auch in den osteuropäischen Ländern engagieren", sagte Udo Ludwig, Konjunkturexperte des IWH dem Handelsblatt. Zudem könnten mittelständische Maschinenhersteller Exportchancen durch den Modernisierungsbedarf in den östlichen Nachbarländern haben. "Doch diese Chancen müssen auch offensiv wahrgenommen werden", mahnt Ludwig.

Eine Umfrage der Niederlassung Dresden des Münchener Ifo-Instituts im Auftrag des sächsischen Wirtschaftsministeriums zeigt indes, dass sich die sächsische Wirtschaft über die Herausforderungen durch die EU-Erweiterung wenige Monate vor dem 1. Mai nicht so richtig im Klaren war. Doch inzwischen hätten Regionalkonferenzen und die Diskussion über die Verlagerung von Arbeitsplätzen die Unternehmen für das Thema sensibilisiert, berichtet Marcel Thum, der an der TU Dresden Finanzwissenschaft lehrt und die Ifo-Niederlassung leitet.

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