Grenzüberschreitender Zugverkehr in Brüssel lahm gelegt
Belgisch-französische Streiks behindern Bahnverkehr

Wegen eines Eisenbahnerstreiks müssen sich Reisende am Dienstag auf den Strecken von und nach Frankreich erneut auf erhebliche Schwierigkeiten einstellen. So falle jeder dritte Thalys-Zug zwischen Köln und Paris aus, erklärte die französische SNCF. Die belgischen Eisenbahner wollen ihren Ausstand, der am Montag den grenzüberschreitenden Zugverkehr über Brüssel zum Erliegen brachte, auf anderen Strecken fortsetzen.

ap PARIS/BRÜSSEL. Die französischen Bahngewerkschaften haben ab Montagabend zum Ausstand aufgerufen, um ihren Forderungen nach zusätzlichen Einstellungen bei Einführung der 35-Stunden-Woche und nach Lohnerhöhungen Nachdruck zu verleihen. Die SNCF rechnet mit großen Behinderungen im Nahverkehr, im Fernverkehr soll nur einer von drei Zügen fahren. Weniger betroffen seien der Eurostar nach London und das TGV-Hochgeschwindigkeitsnetz.

In Brüssel kam es bereits am Montag zu erheblichen Verkehrsproblemen. Die Thalys-Züge zwischen Amsterdam, Paris und Köln wurden umgeleitet. Pendlerzüge kamen nur bis in die Vororte. Am Dienstag sollen unter anderem Antwerpen, Lüttich, Gent und Brügge von dem Ausstand betroffen sein. Die Gewerkschaften protestieren gegen einen ihrer Meinung nach unzureichenden Finanzplan für die staatliche Eisenbahngesellschaft SNCB-NMBS. Zudem verlangen sie bei der Gestaltung der Zukunft der Bahn ein größeres Mitspracherecht.

Landesweiter Aktionstag in Frankreich

Die Franzosen müssen sich für eine regelrechte Streikwelle am Dienstag wappnen. Vier Gewerkschaften riefen zu landesweiten Arbeitsniederlegungen auf. Betroffen sein dürften vor allem Krankenhäuser, die Post oder die Finanzverwaltung. Ein Streik war auch im öffentlichen Nahverkehr von Paris geplant, und die Touristen in der französischen Hauptstadt dürften weiter etliche Museen und Denkmäler verschlossen vorfinden: Seit mehr als einer Woche kommt es dort im Streit über die Einführung der 35-Stunden-Woche zu Streiks. In den größeren Städten Frankreichs sind zudem Kundgebungen geplant.

Die Gewerkschaften wollen mit dem landesweiten Aktionstag für Arbeit, die Sicherung der Renten und soziale Sicherheit demonstrieren. Trotz der internationalen Krise sei es der richtige Zeitpunkt, den Forderungen Gehör zu verschaffen, versicherte der Chef der Gewerkschaft Force Ouvrière, Marc Blondel, in einem Interview der Zeitung "Les Echos". Die Deutsche Bahn empfiehlt ihren Kunden, sich unter der Nummer 01805-996633 über den Stand der Verkehrsbehinderungen zu informieren; die SNCF hat hierzu eine Seite im Internet bereitgestellt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%