Grenzwert von 0,5 Prozent
Strengere Kennzeichnung von Gen-Nahrungsmitteln

Das Europaparlament hat eine strengere Kennzeichnungspflicht für genmanipulierte Lebens- und Futtermittel gefordert. Die Straßburger Abgeordneten stimmten für zwei Richtlinienentwürfe, die die Rückverfolgbarkeit von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) bei der Herstellung von Lebensmitteln eindeutiger regeln.

dpa STRAßBURG. Den Verbrauchern soll dadurch die Entscheidung leichter gemacht werden, ob sie gentechnisch veränderte Lebensmittel kaufen wollen. Mit den abgeänderten Entwürfen muss sich nun der EU- Ministerrat befassen, ehe das EU-Parlament in zweiter Lesung darüber entscheidet. Nach dem Willen der EU-Abgeordneten müssen künftig alle Lebensmittel, die mit Hilfe von Gentechnik erzeugt wurden, gekennzeichnet werden. Das gilt auch für Endprodukte, bei denen die Genmanipulation nicht mehr nachweisbar ist.

In diesem Punkt setzte sich das Parlament gegen die EU-Kommission durch, die die Kennzeichnungspflicht nur für im Endprodukt noch nachweisbare GVOs wollte. Das Parlament setzte sich auch bei der Frage durch, wie sehr konventionell erzeugte Lebensmittel mit GVOs verunreinigt sein dürfen. Die Kommission wollte sich bei ihren Vorschlägen auf keinen Wert bei genehmigten Gentech-Produkten festlegen, für ungenehmigte GVOs sollten ein Grenzwert bis zu ein Prozent gelten.

Die EU- Abgeordneten stimmten jedoch für einen Grenzwert von 0,5 Prozent für erlaubte GVOs. Nicht genehmigte gentechnisch veränderte Organismen dürfen nach der Entscheidung vom Mittwoch dagegen überhaupt nicht auf den Markt. Erfolglos blieb das Parlament jedoch mit seiner Forderung, tierische Produkte zu kennzeichnen, wenn die Tiere mit Gen-Futter gefüttert wurden. Dafür fand sich im Plenum keine Mehrheit.

Die deutsche Europaabgeordnete und Gentechnikexpertin Hiltrud Breyer (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnete die Entscheidung als "Riesenerfolg für den Verbraucherschutz". Die Rückverfolgbarkeit und umfassende Kennzeichnung von GVOs sei ein "Meilenstein für mehr Verbrauchertransparenz". Breuer bedauerte, dass die Kennzeichnungspflicht jedoch nicht für Tiere gelte, die mit Gen- Futter gefüttert wurden. Schließlich wollten die Verbraucher spätestens seit BSE zu Recht wissen, welches Futter die Tiere bekommen haben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%