Griechen bleiben zu Hause
Friedlich, sicher - und langweilig

Leere Ränge, wenig Stimmung - die Klagen über die Atmosphäre bei den olympischen Wettkämpfen werden immer lauter. Die Maßstäbe, die Sydney in Sachen Begeisterung und knisternder Atmosphäre gesetzt hat, scheinen für Athen unerreichbar.

HB ATHEN. Hauptursache sind die oft leeren Zuschauerränge in den Arenen. Die Verantwortlichen reagieren gereizt und zeigen Nerven. Die griechische Regierung und das Athener Organisationskomitee (ATHOC) weisen sich gegenseitig die Schuld zu. Die Zeitung "Ta Nea" spricht von einem "Krieg der olympischen Schwestern" zwischen der für Olympia zuständigen Ministerin Fani Palli-Petralia und der ATHOC-Chefin Gianna Angelopoulos-Daskalaki.

Beide Frauen waren in Griechenland als die "Retter der Spiele" gefeiert worden. Die Ministerin gab den Olympia-Organisatoren die Schuld: "Uns hatte das ATHOC immer gesagt, es sei alles unter Kontrolle." Gianna, wie die Chefin des Komitees genannt wird, ließ über einen Mitarbeiter erwidern: "Ob die Stadien voll werden oder nicht, hängt von den Leistungen der Athleten ab." Und dafür sei die Regierung zuständig.

Die Bilder von leeren Rängen in den Olympia-Arenen, die um die Welt gingen, erregen in Athen die Gemüter. "Vor vier Jahren in Sydney waren mehr Griechen dabei als jetzt in Athen", spottete die Londoner "Times". Die griechische Zeitung "Kathimerini" schlug in dieselbe Kerbe: "Anscheinend haben die Griechen das Olympia-Motto ,Welcome home' allzu wörtlich genommen. Sie sehen sich die Wettkämpfe daheim im Fernsehen an."

Die Veranstalter halten den Vorwürfen wegen der (halb-)leeren Ränge entgegen, beim Verkauf von Eintrittskarten liege man im Bereich der Planungen. 3,1 der 5,3 Millionen Tickets seien verkauft. "Wir haben noch fast zwei Wochen voller Wettkämpfe vor uns. Je spannender es wird, desto mehr Zuschauer werden kommen", meint ATHOC-Sprecher Michailis Zacharatos.

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