Griechenführer erklärt Scheitern
Annan bedauert Scheitern der Zypern-Gespräche

Die Verhandlungen über den Zypern-Plan der Vereinten Nationen sind gescheitert. UN-Generalsekretär Kofi Annan bedauerte am Dienstagmorgen in Den Haag das erfolglose Ende der Gespräche. "Die Bemühungen waren nicht erfolgreich, wir sind am Ende angekommen", hieß es in einer Erklärung des Generalsekretärs, die sein Zypern-Beauftragter Alvaro de Soto nach mehr als 16-stündigen Verhandlungen verlas.

HB/dpa DEN HAAG. Nach seinen Angaben hatte es Rauf Denktasch von der türkischen Bevölkerungsgruppe Zyperns abgelehnt, den UN-Plan für die Einigung der seit 1974 geteilten Mittelmeerinsel seinen Landsleuten zu einem Referendum vorzulegen. Der Sprecher der griechischen Zyprioten, Tassos Papandopoulos, hatte dagegen sein prinzipielles Einverständnis mit dem Plan erklärt. Da keine Einigung erzielt wurde, sei der zum Jahresende 1999 gestartete Prozess zur Lösung des Zypern-Problems ausgelaufen.

Sein Plan bleibe aber weiter auf dem Tisch, versicherte Annan. In der zur Verfügung stehenden Zeit bis zur Unterzeichnung des EU-Beitrittsvertrags am 16. April seien jedoch unter den jetzt gegebenen Verhältnissen die einzelnen Schritte nicht zu verwirklichen. Auch das Kompromissangebot Annans, die früher genannten Fristen für weitere Verhandlungen und die Organisation getrennter Referenden bis 6. April zu verlängern, hätten das Scheitern nicht verhindern können.

Beide Seiten hätten sich zur Fortsetzung von Gesprächen bereit erklärt, ließ Annan mitteilen. Ohne klare Struktur und deutliches Interesse an einer Lösung hätten solche Gespräche aber wenig Sinn.

Rauf Denktasch erläuterte später seine abweisende Haltung mit fundamentalen Vorbehalten. Dabei stehe der drohende Verlust der angestammten Heimat für 100 000 türkischen Zyprioten als Folge des UN-Plans eine wichtige Rolle, sagte er vor Journalisten. Er wehre sich auch gegen den Zeitdruck, unter dem der Plan vorgelegt worden sei. "Wir haben nichts gegen die EU, aber wir haben etwas dagegen, dass die EU als Druckmittel gegen uns gebraucht wird", sagte er zur Aussicht für die Türken, Mitglied der EU zu werden.

Die Gespräche hinter verschlossenen Türen im Friedenspalast von Den Haag am Montag und in der Nacht dauerten mehr als 16 Stunden. Dabei kamen die Parteien nur einmal zu einem gemeinsamen Treffen mit dem UN-Generalsekretär zusammen. In der übrigen Zeit soll es nur Zweier-Treffen sowie Kontakte mit den so genannten Garantiemächten Griechenland, Türkei und der früheren Zypern-Kolonialmacht Großbritannien gegeben haben.

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