Griechenland und Türkei kündigen gemeinsame Friedensmission an
Nahost-Dialog auf Mittelmeer-Konferenz gescheitert

Der Versuch eines Dialogs zwischen den Konfliktparteien im Nahen Osten ist auf einer Außenminister-Konferenz der Europäischen Union und der Mittelmeerstaaten gescheitert. Der palästinensische Planungsminister Nabil Schaath lehnte am Dienstag bei der Tagung in der spanischen Hafenstadt Valencia ein Treffen mit Israels Außenminister Schimon Peres ab.

dpa VALENCIA. "Wir sind zu der Konferenz gereist, um mit unseren europäischen Partnern zu sprechen und nicht mit den Israelis", sagte Schaath.

Peres lud den EU-Ratspräsidenten und spanischen Außenminister Josep Piqué sowie den EU-Beauftragten für die gemeinsame Außenpolitik, Javier Solana, zu einer Nahost-Mission ein. Die EU-Gesandten könnten jetzt auch ein Treffen mit dem in Ramallah von Israel isolierten Palästinenserführer Jassir Arafat abhalten. Vor gut drei Wochen hatte die israelische Regierung noch Gesuche der EU um direkte Gespräche mit Arafat abgelehnt. An dem Außenministertreffen nahmen die 15 EU-Staaten und zehn Anrainerländer des südlichen und östlichen Mittelmeers teil.

Griechenland und die Türkei kündigten eine gemeinsame Friedensmission im Nahen Osten an. Die Außenminister beider Staaten, Georgios Papandreou und Ismail Cem, wollten am Mittwoch in das Konfliktgebiet reisen. "Die symbolträchtige Reise soll zeigen, dass auch zwischen traditionell feindlich gesinnten Ländern wie der Türkei und Griechenland eine Normalisierung möglich ist", sagte ein Diplomat.

Bei der Ministerkonferenz war es am Montagabend zu einem Eklat gekommen. Die Minister der arabischen Staaten verließen den Tagungssaal, als Israel seine Haltung darlegen wollte. Etwa 20 Minuten später kehrten die Araber nach Angaben von Diplomaten in den Konferenzraum zurück. Sie wollten mit der Aktion gegen das Vorgehen Israels in den Palästinensergebieten demonstrieren. Die arabischen Minister lehnten auch ein gemeinsames "Familienfoto" mit ihrem israelischen Amtskollegen ab. Syrien und Libanon hatten die Konferenz ganz boykottiert.

Bei dem Treffen sollte ein "Aktionsplan" verabschiedet werden, der die Zusammenarbeit zwischen der EU und den nicht zur Union gehörenden Mittelmeerstaaten auf den Gebieten der Politik, Wirtschaft und Kultur verbessern soll. Damit sollte der Mittelmeer-Pakt wiederbelebt werden, den die Staaten nördlich und südlich des Mittelmeers 1995 in Barcelona vereinbart hatten. An dem so genannten "Barcelona-Prozess" sind die 15 EU-Staaten sowie Ägypten, Algerien, Israel, Jordanien, Libanon, Malta, Marokko, Syrien, Tunesien, die Türkei, Zypern und die Palästinenser-Verwaltung beteiligt.

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