Griechenlands Tourismus steht auf der Verliererseite
Teuer bezahlt

Griechenlands Tourismus steht bei Olympia auf der Verliererseite. Potenzielle Athen-Touristen wurden vor den Spielen durch astronomische Hotelpreise abgeschreckt. Was bleibt, ist allein die Hoffnung auf bessere Zeiten – nach den Spielen.

DÜSSELDORF. Es gibt schöne Träume, die sich mit Olympia verbinden: Einer lautet, dass Sommerspiele ein frisches, sonniges Image ins Land des Ausrichters wehen und das heimische Tourismusgeschäft dauerhaft beflügelt wird. Für Barcelona hat sich dieser Traum einst erfüllt. In der katalanischen Metropole haben die Spiele 1992 einen Tourismusboom entfacht, der bis heute anhält. Das Gästeaufkommen hat sich in den vergangenen zwölf Jahren annähernd verdoppelt. Die Stadt sei auf Grund der exzellenten Infrastruktur und ihrer hohen Lebensqualität gefragt wie nie, heißt es bei Tourismusexperten. Für Athen jedoch ist dieser Traum weit, weit weg.

Das Image Griechenlands als Reiseziel leidet seit Jahren, und in der Hauptstadt Athen spürt man das besonders: Einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte & Touche zufolge sind die Umsätze der Athener Hoteliers 2003 um 11,2 Prozent eingebrochen. Im ersten Halbjahr 2004 kamen noch einmal acht Prozent weniger Touristen in die griechische Hauptstadt. Die Verluste könnten auch durch einen kurzfristigen Besucherboom während der olympischen Spiele nicht wettgemacht werden, sagen die Unternehmensberater.

Das Image Griechenlands als zu teures Reiseland habe sich 2004 weiter verfestigt, betonte ein Sprecher des größten europäischen Reisekonzerns Tui. Der Trend, dass die günstigere Türkei ihrem Nachbarn Gäste abnimmt, dürfte daher trotz Olympia anhalten. Denn in der Tat wurden potenzielle Athen-Touristen vor den Spielen durch astronomische Hotelpreise abgeschreckt: Übernachtungspreise bis 1 000 Euro blieben selbst für mittelprächtige Hotelzimmer keine Seltenheit. "Manche Athener Hotels haben ihre Preise gegenüber dem Vorjahr verfünffacht", sagte Frank Jungemann vom Sportreiseveranstalter Vietentours.

Die Tourismusbranche schiebt den Schwarzen Peter an die Olympische Familie weiter: Allein das IOC verlange knapp 12 000 Luxusbetten zu niedrigen Festtarifen. "Bei den freien Restkontingenten schlagen die Hoteliers dann zu", sagte Jens Brösel, Olympiareisen-Experte beim deutschen Veranstalter Dertour.

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