Größe der Anleihe steht noch nicht fest
Heidelberg-Cement plant Kapitalerhöhung und Anleihe

Der hoch verschuldete Baustoffkonzern Heidelberg-Cement will mit Hilfe seiner Aktionäre seine Kapitalbasis stärken und zugleich wie geplant seine Milliardenschulden abbauen.

Reuters HEIDELBERG. Geplant seien eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht und die Begebung einer Anleihe, teilte Heidelberg-Cement am Dienstag mit.

Aus der Kapitalerhöhung allein erhofft sich Europas größter Zementhersteller einen Mittelzufluss von 400 Mill. Euro, mit dem die Verbindlichkeiten refinanziert werden sollten. Mehrere der vier Großaktionäre hätten bereits erklärt, ihre Bezugsrechte auszuüben. Ein Großaktionär habe die Übernahme eines Großteils der Transaktion sogar garantiert. Wie groß die Anleihe ausfallen werde, die "zeitnah" begeben werden soll, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher. Gleichzeitig stehe HeidelbergCement vor dem Abschluss der Verhandlungen über die Refinanzierung zweier demnächst auslaufender syndizierter Kredite über insgesamt rund 1,4 Mrd. Euro. Die Umschuldung solle spätestens im Juli stehen.

Die im Nebenwerteindex MDax notierte HeidelbergCement-Aktie gab am Dienstag um 2,6 Prozent auf 22,20 Euro nach.

Heidelberg-Cement stand Ende März mit mehr als 4,5 Mrd. Euro netto bei seinen Banken in der Kreide, Ende 2002 waren es 4,3 Mrd. Euro. Trotz der Aufnahme neuer Verbindlichkeiten durch die Anleihe halte der Konzern an seinem Ziel fest, seinen Schuldenstand bis Ende des Jahres um 500 Mill. Euro auf 3,8 Mrd. Euro abzubauen, sagte ein Sprecher.

Wegen der angespannten Kapitalsituation des Unternehmens und der drohenden Kartellstrafe von gut 250 Mill. Euro hatten die führenden Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's ihre Bonitätsbewertung für Heidelberg-Cement zuletzt jeweils auf "Junk"-Status herabgestuft.

Größte Aktionäre von Heidelberg-Cement sind der Konkurrent Schwenk Zement aus Ulm (22,4 Prozent), der Pharma-Unternehmer Adolf Merckle ("Ratiopharm", 12,8 Prozent), die Allianz (17,7) und die Deutsche Bank (8,8 Prozent). Ein Sprecher der Bank sagte, das Institut werde die neuen Bezugsrechte zwar zum Kauf von Aktien nutzen, nehme dabei aber eine Verwässerung des Anteils in Kauf ("Operation Blanche"). Die Geschäftsführung von Schwenk wollte sich zu Branchenangaben nicht äußern, wonach sie für die Kapitalerhöhung garantieren werde. Die Allianz war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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