Größerer Verlust als erwartet
Karstadt-Quelle leidet unter Kaufzurückhaltung

Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle hat angesichts der Konsumflaute im ersten Halbjahr Einbußen hinnehmen müssen und einen größeren Verlust als von Experten erwartet verbucht.



dpa/ddp ESSEN. Der saisonal bedingte Verlust vor Ertragsteuern fiel mit 348 Mill. ? mehr als doppelt so hoch aus als noch im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei hätten sich auch die Kosten beim Umbau des Konzerns ausgewirkt, teilte heute die Karstadt-Quelle AG in Essen mit.

Wie andere Warenhausunternehmen auch fährt der Essener Konzern seinen Gewinn im dritten und vierten Quartal ein. Dabei spielt das Weihnachtsgeschäft eine große Rolle. Der Konzernumsatz nahm im ersten Halbjahr 2002 um 3,1 % auf 7,36 Mrd. ? ab. Besonders stark von der Kaufzurückhaltung wurden die 189 Warenhäuser und 283 Fachgeschäfte getroffen, deren Umsatz um fast 10 % schrumpfte.

Zugleich verschärfte sich der Preiskampf vor allem durch Rabattaktionen. Die Sparte stationärer Einzelhandel, zu der auch die Bekleidungskette Sinn-Leffers und der Musikanbieter Wom gehört, verdoppelte seinen Vorsteuerverlust. Die Sparte Versandhandel verzeichnete dagegen ein Umsatzwachstum von 3,3 % und einen um 31,7 % gesunkenen Vorsteuerverlust. Vor allem die Aktionen zu "75 Jahre Quelle" hätten das Geschäft belebt.

Belastet wurde das Konzern-Halbjahresergebnis durch Deutschlands zweitgrößten Touristikanbieter Thomas Cook, an dem Karstadt-Quelle zu 50 % beteiligt ist. Der ebenfalls saisonbedingte Verlust von Thomas Cook sei durch einen schleppenden Buchungsverlauf und die neu erworbenen Thomas Cook-Tochter in Großbritannien höher ausgefallen. Da Thomas Cook vor allem im 3. Quartal seine Gewinne erwirtschafte, werde sich das Ergebnis in der zweiten Jahreshälfte verbessern. Die Mitarbeiterzahl von Karstadt-Quelle ging seit Jahresbeginn 2002 um 7700 auf 104 500 zurück. Dies sei mit Kosten von 82 Mill. ? verbunden gewesen. Weitere Sparmaßnahmen seien nicht ausgeschlossen.

An der Börse wurden die Zahlen mit Enttäuschung aufgenommen. Besonders der hohe Verlust und der schwache Ausblick belasteten den Wert, sagten Marktteilnehmer.

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