Größten Zahltag in der Geschichte der Golden-League-Meetings
Maria Mutola holt sich den Millionen-Jackpot

Der mit einer Million US-Dollar gefüllte Jackpot ist von der 800-Meter-Läuferin Maria Mutola aus Mosambik als erster Leichtathletin alleine gewonnen worden. Mutola hielt beim Meeting in Brüssel dem Druck stand und feierte vor 45000 Zuschauern ihren wertvollsten Sieg.

HB BRÜSSEL. Zuvor hatten die Mittel- und Langstreckler für ein Feuerwerk an Weltjahresbestleistungen gesorgt. Dopingsünderin und Doppel-Weltmeisterin Kelli White (USA) zeigte ebenfalls ein gutes Nervenkostüm und setzte sich über 100 m durch.

Nach Oslo, Paris, Rom, Berlin und Zürich war Maria Mutola auch beim sechsten Meeting der hochdotierten Serie nicht zu schlagen. Unterstützt von ihrer britischen Freundin Kelly Holmes, die die Taktik mitbestimmte, zog Maria Mutola auf der Zielgeraden ihren unwiderstehlichen Schlusspurt an und gewann vor der Russin Natalja Kruschtscheljowa (1:58,53). Danach durfte die 30-Jährige, die in Südafrika lebt, auf einen Podest in Form eines Goldbarren steigen.

Kelli Whites Freund Boris Henry hatte ebenfalls Grund zum Jubeln: Der Saarbrücker siegte im Speerwerfen mit 84,33 m und sorgte damit für den zweiten Erfolg eines Deutschen in diesem Jahr in der Golden League. Zuvor hatte sein Disziplinkollege Raymond Hecht (Magdeburg) in Berlin gewonnen. Kelli White kann zwar nicht mehr den Betrugsvorwürfen, aber ihren Konkurrentinnen noch davonlaufen. Die 26-Jährige, die in Paris positiv auf das Stimulanzium Modafinil getestet wurde und wohl ohne Sperre davonkommt, siegte in 10,87 Sekunden mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor ihrer amerikanischen Kollegin Chryste Gaines. "Die letzten Tage waren die Hölle, ich habe überhaupt nicht trainiert", sagte sie. "Das Schlimmste wäre, wenn ich meine beiden Medaillen abgeben müsste."

Ingo Schultz verzichtete auf einen Start

Auf der Hatz nach Weltrekorden fiel für Saif Saeed Shaheen vor 45000 Zuschauern nur eine Jahresweltbestzeit ab: Der für Katar startende Kenianer glänzte gut eine Woche nach seinem WM-Triumph aber mit 8:00,06 Minuten. So schnell wie kein anderer in diesem Jahr war auch der Kenianer Wilfred Bungei mit 1:42,52 Minuten über 800 m. Eine späte Genugtuung für den Vize-Weltmeister von 2001: Wegen einer Malariaerkrankung war er vom Verband seines ostafrikanischen Landes nicht für Paris nominiert worden.

Eine Saisonbestmarke stellte auch Süreyya Ayhan über 1500 m in 3:55,33 Minuten auf. Damit hat die Türkin in diesem Jahr alle wichtigen Rennen gewonnen - bis auf die WM, wo sie nur Silber holte. Über die gleiche Distanz ließ Seriensieger Hicham El Guerrouj nichts anbrennen: Der marokkanische Mittelstrecken-König zeigte wie in Paris seinem französischen Rivalen Mehdi Baala die Fersen und steigerte sich auf die Weltjahresbestzeit von 3:28,40 Minuten.

Kurzfristig auf seinen Start verzichtet hatte 400-m-Europameister Ingo Schultz - wegen des Verdachts des Pfeiffer'schen Drüsenfiebers. Im Hotel hatte der Hamburger einen Anruf seines Hausarztes bekommen, dass sein Blut nach einer Untersuchung sehr schlechte Werte aufwies. "Das würde vieles erklären", kommentierte der Hamburger die schlechte Nachricht zum Ende einer enttäuschenden Saison, die wohl mit dem Halbfinal-Aus bei der WM geendet hatte.

Speerwerferin Steffi Nerius musste sich in Abwesenheit von Weltmeisterin Mirela Manjani (Griechenland) wie in Paris Tatjana Schikolenko geschlagen geben. Die Vize-Europameisterin aus Leverkusen belegte mit mäßigen 60,68 m Rang zwei hinter der Russin (61,36). Keinen Glanztag erwischte Tim Lobinger im Stabhochspringen: Der Hallen-Weltmeister aus Köln wurde Fünfter mit 5,70 m. Es siegte der Ukrainer Denis Jurtschenko (5,80).

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