Größtenteils Konten inaktiver Kunden gelöscht
Consors profitiert vom Börsenaufschwung

Der Nürnberger Online-Broker Consors hat nach eigenen Angaben trotz der Turbulenzen um seinen Mehrheitsaktionär im Oktober und November weitere Kunden hinzugewonnen und vom Börsenaufschwung profitiert. Trotz der Abwerbeversuche von Konkurrenten habe die Nummer zwei unter den deutschen Online-Brokern in den vergangenen zwei Monaten 8 000 Kunden mehr gewonnen als verloren, davon 6 500 in Deutschland, teilte Consors am Freitag in Nürnberg mit.

Reuters NÜRNBERG. In dem von der Flaute an den Börsen geprägten dritten Quartal seien es netto nur 6 300 Neukunden gewesen. Auch die Handelsaktivität ihrer Kunden habe sich mit insgesamt 1,33 Millionen Transaktionen in zwei Monaten nach 1,39 Millionen im ganzen dritten Quartal belebt.

"Diese Trends haben sich in den letzten Tagen fortgesetzt", teilte Consors weiter mit. Insgesamt habe der Online-Broker nun 563 000 Kunden, davon 498 000 in Deutschland. In Finanzkreisen war zuletzt vermutet worden, Consors habe wegen der Turbulenzen um die Schmidt-Bank massiv Kunden verloren. Eine Sprecherin hatte allerdings erklärt, nach dem Fast-Zusammenbruch der Schmidt-Bank sei nur eine dreistellige Kunden-Zahl abgesprungen. Dabei seien größtenteils Konten inaktiver Kunden gelöscht worden.

Schwarze Zahlen im kommenden Jahr

Die Zahl der Transaktionen pro Kunde sei im Oktober und im November auf 1,2 von 0,8 pro Monat im dritten Quartal gestiegen, hieß es weiter. Auf Konten und in den Depots der Consors-Kunden lagen den Angaben zufolge Ende November 7,17 Mrd. ?, 15 % mehr als zwei Monate zuvor.

"Das sind gute Nachrichten", sagte Analyst Peter Barkow von HSBC Trinkaus in Düsseldorf. Consors versuche aber, seine Kunden zu halten, indem man den Abwanderungswilligen die Depotgebühren erlasse, bemerkte ein anderer Analyst. Am Freitag stieg die im Auswahlindex des Neuen Marktes (Nemax 50) notierte Aktie um 6,6 % auf 10,80 ?.

Im dritten Quartal hatte Consors allein 25,2 Mill. ? Verlust nach Steuern verbucht. Im kommenden Jahr will sie jedoch wieder schwarze Zahlen schreiben. Die Schmidt-Bank, die vom Vater von Consors-Chef Karl Matthäus Schmidt geführt worden war und 64,5 % an dem Nürnberger Direktbroker hält, war nur durch eine Auffanggesellschaft von fünf Großbanken gerettet worden.

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