Größter Automobilmarkt der Welt
Deutsche Autos verkaufen sich in USA gut

Deutsche Oberklasse- und Luxuswagen verkaufen sich in den USA trotz des Irak-Kriegs und der schleppenden Konjunkturerholung gut. Die US-Autohersteller läuteten angesichts sinkender Verkaufszahlen eine neue Runde in ihrer Rabattschlacht ein.

Reuters DETROIT. Porsche und BMW legten im März mit den Verkaufsstarts des Gelände-Wagens "Cayenne" und des Kultautos "Mini" kräftig zu, aber auch Mercedes-Benz widersetzte sich mit einem bereinigten US-Absatzplus von 1,8 Prozent dem anhaltenden Abwärtstrend auf dem größten Automobilmarkt der Welt. VW und Audi verloren dagegen mehr als der Markt. Der Branchenverband VDA schloss weitere Produktionskürzungen angesichts der hohen Lagerbestände nicht aus. Insgesamt gingen die Verkaufszahlen in den USA den dritten Monat in Folge zurück. Analysten sagten, die Branche habe jedoch mit einem Minus von nur 0,4 Prozent besser abgeschnitten als erwartet. Deutsche Autoaktien erholten sich am Mittwoch deutlich.

Vor allem neue Modelle der deutschen Hersteller beflügelten die Nachfrage der Käufer in den USA. So legte BMW mit Hilfe des im März erstmals in den USA eingeführten "Mini" und des Z4 nach Verkaufstagen bereinigt um 18,6 Prozent zu, aber auch die Marke BMW verkaufte sich neun Prozent mehr. Porsche profitierte von den ersten beiden Auslieferungswochen des Cayenne mit einem Plus von 23 Prozent, während der Absatz der Sportwagen um 26 Prozent einbrach. Der VW-Konzern verkaufte dagegen 14 Prozent weniger, wobei sich die Marke Audi nur wenig besser schlug als Volkswagen selbst. "Das ist nicht überraschend, weil VW keine neuen Modelle hat", sagte Analyst Arndt Ellinghorst von WestLB Panmure. Das Cayenne-Schwestermodell Touareg kommt erst Mitte des Jahres auf den US-Markt. VW-Chef Bernd Pischstsrieder sagte, der Konzern halte dennoch an dem Ziel fest, 2003 mehr als fünf Millionen Autos zu verkaufen.

Aber auch die VW-Aktie legte am Mittwoch um 1,5 Prozent auf 29,84 Euro zu. DaimlerChrysler kletterten 2,7 Prozent auf 27,46 Euro, BMW sogar 4,1 Prozent auf 27,09 Euro. Die zuletzt stark gedrückten Porsche-Vorzugspapiere erholten sich um acht Prozent auf 279,00 Euro, nachdem die Deutsche Bank das Kursziel auf 450 Euro zurücknahm, ihre Kaufempfehlung aber beibehielt.

Eine anti-deutsche Stimmung spiele bei den Autokäufern in den USA offenbar keine Rolle, sagte Ellinghorst. Die Verbraucher ließen sich bei langlebigen Gütern weniger von Emotionen leiten. Angesichts des deutsch-amerikanischen Regierungsstreits in der Irak-Frage hatten führende deutsche Wirtschaftsvertreter befürchtet, deutsche Produkte könnten von US-Verbrauchern boykottiert werden.

Insgesamt lässt die Entwicklung der Verkaufszahlen für das laufende Jahr nach Berechnungen von Experten für den US-Markt hoffen: Der März lasse auf eine saisonbereinigte Jahresrate von 16,2 Millionen Stück schließen, nach den ersten beiden Monaten waren sie noch von 15,3 Millionen Einheiten ausgegangen. Ford - Chef Nick Scheele prognostizierte in Köln weiter 16,5 Millionen Einheiten.

Für den März hatten Experten einen Absatzrückgang bis zu acht Prozent befürchtet. "Der CNN-Effekt ist nicht so stark wie vor zwölf Jahren", erklärte Autoanalyst John Healy von Burnham Securities. Damals, während des ersten Irak-Kriegs, hatten die Verbraucher gebannt vor den Fernsehgeräten gesessen und kaum Autos gekauft. "Aber es ist zu früh, in Jubel auszubrechen. Das kann sich in einem Monat schnell ändern", warnte Ellinghorst.

Während asiatische Autobauer wie Toyota (plus neun Prozent), Honda (plus 21 Prozent) und Hyundai (plus 35 Prozent) kräftige Absatzzuwächse verbuchten, schnitten die einheimischen Hersteller schwächer ab als der Durchschnitt. Wie Branchen-Primus General Motors (GM) berichtete auch der zu DaimlerChrysler gehörende Chrysler-Konzern von Einbußen von rund drei Prozent. Die Nummer zwei der Branche, Ford, bezifferte den Absatzrückgang der Marke auf 4,8 Prozent.

Auch BMW bietet Rabatte

Die drei großen US-Hersteller besserten für den April ihre Anreizprogramme noch einmal auf. So bietet GM jetzt Barzahlungs-Rabatte von 3000 Dollar oder zinslose Kredite bis zu fünf Jahren für nahezu alle Modelle an. Ford-Chef Scheele rechtfertigte den Schritt: "Ich glaube, wir müssen in diesem Punkt weiter wettbewerbsfähig bleiben", sagte er. Auch die deutschen Hersteller griffen inzwischen zu Incentives. Auf diese Weise habe BMW den Absatz seines auslaufenden 5er-Modells fast auf dem Vorjahresniveau gehalten, sagte Analyst Ellinghorst. VW-Chef Pischetsrieder sagte, der Konzern wolle den Autoabsatz nicht mit so massiven Rabatten ankurbeln wie die amerikanische Konkurrenz.

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