Größter Börsengang des Jahres
Börsengang der PWC Beratungssparte steht bevor

PricewaterhouseCoopers (PwC), eine der fünf größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften der Welt, könnte nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters schon diese Woche den Börsengang seines Beratungsgeschäfts ankündigen.

 

kk/mbr NEW YORK/MOSKAU. Mit bis zu 9 Mrd.$ wäre das mit Abstand der größte Börsengang in diesem Jahr. Die PwC-Sparte könnte damit doppelt soviel einbringen wie die Travelers Property Casualty Corp., die Versicherungstochter der Citigroup, die der Finanzkonzern im März für 4,3 Mrd.$ an der Börse platziert hat.

PwC-Partner in den USA und Großbritannien haben am Freitag für den Gang an den Kapitalmarkt gestimmt. Noch müssen die Stimmen der anderen Partner ausgezählt werden. Ihre Zustimmung gilt jedoch als sehr wahrscheinlich. Die Konsorzialbank ist nach Informationen von Reuters Morgan Stanley.

Mit dem Börsengang würde die PwC-Beratungs-Tochter als eigenständiges Unternehmen an der Börse gehandelt. Das Beratungsgeschäft von PWC setzte im vergangenen Jahr mit 35 500 Mitarbeitern 6,7 Mrd.$ um. Die Abspaltung kommt zu einer Zeit, in der die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften als Folge des Enron-Skandals in die Kritik geraten sind. Kritiker sehen in der Verflechtung von Wirtschaftsprüfung und der lukrativeren Beratung einen möglichen Interessenkonflikt. Im vergangenen Jahr waren bereits die Beratungstöchter von Arthur Andersen und KPMG LLP an die Börse gegangen. Andersen hatte daraufhin jedoch erneut ein eigenes Beratungsgeschäft aufgebaut.

Der Börsengang käme auch ein Jahr nachdem die Verhandlungen mit dem Drucker- und Serverhersteller Hewlett-Packard Co. über eine Übernahme des Beratungsgeschäfts gescheitert sind. PWC wollte den Bereich für 18 Mrd.$ an HP verkaufen. Seitdem ist jedoch der Wert der Beratung deutlich gesunken.

In Russland gerät PricewaterhouseCoopers nach Skandalen immer mehr unter Druck: Russische Großkonzerne überdenken ihre Zusammenarbeit mit PwC, nachdem eine westliche Fondsgesellschaft gegen PwC in Moskau vor Gericht gegangen ist, weil die Prüfer Milliarden-Abzweigungen des Top-Managements des Gasgiganten Gazprom gedeckt haben sollen. Nun werden bei Gazprom und bei der Sberbank, der mit Abstand größten russischen Bank, die Hauptversammlungen nach Ausschreibungen unter allen Prüfern die neuen Wirtschaftsprüfer festlegen. Private Investmentbanken machten nach Meinung Moskauer Analysten erheblich Druck gegen die als "Kungelei mit den Konzernführungen" kritisierte Arbeit von PwC und träten für neue Wirtschaftsprüfer ein.

Quelle: Handelsblatt

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