Größter Dopingskandal seit Ben Johnson
Auch B-Probe von Mühlegg positiv

Der für Spanien startende Skilangläufer Johann Mühlegg ist endgültig des Dopings überführt worden und hat damit für den größten olympischen Dopingskandal seit dem Fall Ben Johnson 1988 in Seoul gesorgt.

dpa SALT LAKE CITY. Auch die B-Probe des gebürtigen Bayern, die zwei Tage vor seinem Sieg im 50-km-Rennen bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City genommen wurde, ist positiv. Dies gab der für Sport zuständige spanische Staatssekretär Juan Antonio Gomez Angulo am späten Montagabend (Ortszeit) in der Olympia-Stadt bekannt.

Mühlegg war am Sonntagabend nach positiver A-Probe die Goldmedaille über 50 km im klassischen Stil wegen des Verdachts auf Blutdoping vom Internationen Olympischen Komitee (IOC) aberkannt worden. Dem 31-Jährigen wurde bei der unangemeldeten Trainingskontrolle am vergangenen Donnerstag das Blutdopingmittel Darbepoetin alfa nachgewiesen. Mühlegg sorgte damit für den ersten Blutdoping-Fall seit Einführung dieser Kontrollen bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney.

Die beiden Goldmedaillen, die der Wahl-Spanier über 30 km Freistil und im Verfolgungsrennen in der ersten Woche der Winterspiele gewonnen hatte, darf er laut den IOC-Regeln behalten. Die Tests nach diesen beiden Wettkämpfen hatten negative Ergebnisse gebracht.

Das Ergebnisprotokoll der ebenfalls im temporären IOC-Dopinglabor in Salt Lake City analysierte B-Probe wurde vom Laborchef Don H. Catlin sowie den beiden Mitgliedern der Medizinischen Kommission des IOC, Peter Hemmersbach (Deutschland) und Jordi Segura (Spanien), unterzeichnet.

Zunächst wurde um 19.00 Uhr Ortszeit die spanische Delegation informiert, wenige Minuten später Mühlegg, danach die Medienvertreter. Mühlegg war zu dieser Zeit bereits in seinem Privatquartier in der Nähe Soldier Hollow, wo er auch während der Wettkämpfe gewohnt hatte. Von seinem Betreuerstab war am Montag keiner mehr vor Ort.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%