Größter Fall von Wirtschaftskriminalität in Deutschland
Urteil im neuen Flow-Tex-Prozess steht bevor

Im neuen Prozess um den milliardenschweren FlowTex-Betrugsskandal soll an diesem Donnerstag vor dem Mannheimer Landgericht das Urteil gesprochen werden.

HB/dpa MANNHEIM. Die Staatsanwaltschaft hatte für den ehemaligen Firmenchef Manfred Schmider eine Haftstrafe von elf Jahren und zehn Monaten gefordert. Die Verteidigung plädierte für eine Gefängnisstrafe von neuneinhalb Jahren.

Schmider war wegen jahrelanger Scheingeschäfte mit nicht vorhandenen Bohrsystemen zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil wegen möglicher Befangenheit der Mannheimer Richter im Strafmaß aufgehoben. Der strafrechtliche Schaden der Scheingeschäfte lag bei mehr als 2 Mrd. Euro. Damit gilt der Betrug als größter Fall von Wirtschaftskriminalität in Deutschland.

Die Verteidigung hatte ein Strafmaß in gleicher Höhe wie für den bereits verurteilten Ex-FlowTex-Manager Klaus Kleiser gefordert. "Schmider war der Macher, Kleiser war der Denker", hatte Hauptverteidiger Klaus Ulrich Ziegler in seinem Plädoyer gesagt. Die Schmider-Anwälte fordern, dass das Mitwissen und Mitwirken der Finanzbehörden bei den Straftaten als strafmildernd berücksichtigt wird. Der heute 53-Jährige sei durch die Duldung der Finanzbehörden in seinem betrügerischen Handeln gestärkt und gelenkt worden.

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