Größter Verlierer am Neuen Markt waren die Aktien von Prout
Nemax nach Fed-Warnung mit Allzeittief

Der Frankfurter Neuen Markt hat Händlern zufolge im Sog der Warnungen der US-Notenbank Fed und der Verluste an der Wall-Street vom Vortag am Mittwoch deutlich schwächer tendiert.

Reuters FRANKFURT. Der Blue-Chip-Index Nemax-50 rutschte zeitweise auf ein neues Allzeittief von 2 815,92 Punkten ab. Die im Standwerteindex Dax notierten Technologiewerte wie SAP , Infineon oder Epcos gaben ebenfalls kräftig nach. Sie verzeichneten im frühen Geschäft Einbußen von bis zu 5,5 %.

Gegen 11.20 Uhr lag der Nemax-50 7,57 % im Minus bei 2 817,79 Punkten, während der alle Werte des Wachstumssegments umfassende Nemax-All-Share 6,62 % auf 2 739,86 Zähler verlor. Die US-Technolgieaktien hatten am Dienstag nach Börsenschluss in Deutschland als Reaktion auf die Erklärungen der amerikanischen Währungshüter deutlich nachgegeben. Die US-Technologiebörse Nasdaq ging am Dienstag mit einem Minus von 4,3 % auf 2 511,71 Zählern auf dem tiefsten Schlussstand des Jahres aus dem Handel. Die US-Notenbank hatten vor einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums in den USA gewarnt. Die Fed habe zwar die Zinsen unverändert belassen, deutete allerdings für die Zukunft eine Lockerung der Geldpolitik an, hieß es.

Nach Händlerangaben hat die Entscheidung der US-Notenbank, die Zinsen unverändert zu lassen, einige Investoren enttäuscht, die offenbar auf eine Zinssenkung spekuliert hatten. Die Tatsache, dass die Nasdaq die psychologisch wichtige Marke von 2 500 Punkten nur mit Mühe habe halten können, belaste die Stimmung am Neuen Markt, hieß es. Die deutschen Wachstumswerte könnten sich derzeit von den Vorgaben der Nasdaq nicht lösen, sagte Dieter Schwarz von der Investmentbank Dresdner Kleinwort Benson. Trotz der stark überverkauften Marktlage und der vorhandenen Liquidität rechne er kurzfristig mit weiteren Verlusten, da die Grundstimmung am Markt schlecht sei.

Alexander Kachler, Analyst bei Merck Finck & Co, beurteilte die Lage ähnlich. Die Kursentwicklung werde von technischen Faktoren bedingt. Daher sei eine Prognose für die weitere Entwicklung schwierig. Mit Blick auf die Charttechnik sieht Schwarz die nächste echte Unterstützung für den Nasdaq bei 2300 Punkten. Sollte der US-Index bis auf dieses Niveau zurückgehen, müsse auch am Neuen Markt mit weiteren Verlusten gerechnet werden.

Für längerfristige orientierte Anleger mit einem Zeithorizont von mindestens sechs Monaten sieht Kachler bei selektiven Werten Chancen für einen Einstieg. Sobald zu Beginn des kommenden Jahres weitere Unternehmenszahlen veröffentlicht werden, könnte sich die Kaufstimmung bei ausgewählten Titeln noch verstärken.

Größter Verlierer am Neuen Markt waren Prout , die nach einer Reduzierung ihrer Ertragsprognosen 24,69 % auf 1,80 Euro einbrachen. BroadVision setzten ihre Talfahrt vom Dienstag fort und gaben um 17,1 % auf 15,80 Euro nach. Goldman Sachs hatte das Unternehmen zuvor von seiner "Recommended List" gestrichen. Nach erfreulichen Quartalszahlen legten Wavelight gegen den Trend 7,2 % auf 13,40 Euro zu. Umsatzspitzenreiter waren Intershop und EM.TV . Die Aktien büßten 8,68 % auf 35,89 Euro beziehungsweise 6,9 % auf 6,75 Euro ein.



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