Größter Wert wird der Datenbank beigemessen
Resttruppe bei Planet Internet soll sich selbst abwickeln

Der Internetzugangsdienst Planet Internet Germany wird seinen Dienst nur noch zu Verkaufszwecken für einige Zeit aufrecht erhalten. Am Service soll es keine Abstriche geben.

jgo DÜSSELDORF. Unternehmenssprecherin Kerstin Bustos Barros sagte, ein Kernteam aus 20 Personen sichere in Berlin den Betrieb, bis ein Käufer oder ein Interessent an der Datenbank mit den Kundenadressen gefunden sei. 53 Mitarbeiter erhielten bereits jetzt eine Kündigung. Wie lange das Mutterunternehmen KPN bereit sei, die Löhne der verbliebenen Mitarbeiter weiter zu zahlen, wollte KPN-Sprecher Michel Hueber in Den Haag nicht sagen. Ziel sei es, in den nächsten Wochen einen Abschluss zu erzielen.

Huebers Worten nach glaubt KPN aber nicht, tatsächlich einen Käufer für das Geschäft zu finden. Vielmehr konzentrierten sich die Bemühungen jetzt darauf, die Datenbank zu verkaufen. Sobald die Adressen der Kunden einen neuen Besitzer gefunden hätten, müssten auch die restlichen 20 Mitarbeiter gehen. In der Zwischenzeit soll es dem Sprecher zufolge beim Service aber keine Abstriche geben. "Wir wollen den Betrieb in gleicher Qualität aufrecht erhalten", sagte Hueber. Auch die Werbekampgage, in die KPN "mehrere Millionen Mark" investiert habe, laufe weiter.

Als Folge der Rückzugsmeldung hat Planet Internet in Deutschland laut Bustos Barros noch keine Nutzer verloren. Einige Kunden hätten sich aber gemeldet, um mitzuteilen, dass sie die Entscheidung bedauerten, sagte die Sprecherin. Hueber sagte, der im Oktober vergangenen Jahres gestartete Ableger in Deutschland sei sehr erfolgreich gewesen. "Das, was sich geändert hat, drastisch geändert hat, ist die Finanzlage von KPN", sagte der Sprecher.

Das niederländische Telekommunikationsunternehmen kämpft mit Verbindlichkeiten in Höhe von 23 Mrd. Euro. Zurzeit laufen Gespräche über eine Fusion mit dem belgischen Wettbewerber Belgacom. Auch nach einem Zusammenschluss, der offenbar fast perfekt ist, steht das verbliebene Planet-Internet-Geschäft aber nicht zur Disposition. Als Marktführer in den Niederlanden und Nummer 2 in Belgien sei Planet Internet auf diesen Märkten gut positioniert, sagte Hueber.

Nebem Planet Internet will sich KPN auch von der Freizeit Medien aus Düsseldorf trennen. Das Unternehmen, das bundesweit Freizeitinformationen sammelt und zudem das im Oktober vergangenen Jahres gescheiterte Freizeitportal Vivity für 3,5 Mill. DM übernommen hatte, soll komplett verkauft werden.

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