Größtes IPO des Jahres in Großbritannien
Börsengang von Yell bringt weniger ein als geplant

Der Börsengang von Yell Group Ltd. wird weniger Geld einspielen als erwartet. Wie der britische Anbieter der "Gelben Seiten" mitteilte, beträgt die Zeichnungsspanne für die Aktie 270 bis 345 Pence. Damit ist Yell nur mit 2,3 Mrd. Pfund bewertet. Ursprünglich waren noch 2,8 Mrd. Pfund angepeilt worden. Yell erwartet, dass das IPO rund 1,05 Mrd. Pfund (1,6 Mrd. Euro) einspielt.

fs LONDON. Trotz der gesenkten Preisspanne bedeutet der Börsengang ein Hoffnungszeichen für den Neuemissions-Markt in Großbritannien. Erst kürzlich hatte die Absage der Pubkette Punch der Hoffnung auf bessere Zeiten einen Dämpfer versetzt. Kurz zuvor hatte die Einzelhandelskette von Buch- Musik- und Videogeschäften HMV den Markt enttäuscht. Seit ihrem Marktdebüt ist das Papier um mehr als 15 % gefallen. Insgesamt liegt die Zahl der Neuemissionen in Großbritannien in diesem Jahr bei 55. Das sind 20 % weniger als im Vorjahr. Immerhin liegt das Emissionsvolumen gegenüber dem Vorjahr um zwei Drittel höher. Da der Aktienmarkt sich ebenfalls auf einem Achtmonats-Tief befindet, werden Kandidaten für einen Börsengang derzeit stark selektiert. Wer es wagt, muss meist mit deutlichen Preisabschlägen rechnen. Als Kandidaten für einen baldigen Börsengang gelten der Luxus-Einzelhändler Burberry sowie das Wettbüro William Hill.

Yell ist das größte IPO (Initial Public Offering) in Großbritannien seit fast einem Jahr. Im Juli 2001 kam Friends Provident Plc mit einem Aktienpaket im Wert von 1,5 Mrd. Pfund an die Londoner Börse. Die Zeichnungsfrist für Yell läuft vermutlich bis zum 3. Juli, einen Tag später wird die Aktie in den Handel eingeführt. Von dem Erlös sollen 750 Mill. Pfund an Yell gehen. Die restlichen 300 Mill. Pfund sind für die derzeitigen Eigentümer vorgesehen, die Buyout-Firmen Hicks Muse Tate & Furst Inc. und Apax Partners & Co.

Der Börsengang, den die Investment-Banken Merrill Lynch, J.P. Morgan Chase und Goldman Sachs betreuen, soll den Schuldenstand der früheren Tochter von British Telecom reduzieren und das finanzielle Fundament für weitere Zukäufe schaffen. Yell wolle die Profitabilität seiner US-Tochter steigern und die "geographische Abdeckung" weiter steigern, erklärte Vorstandschef John Condron.

Die strategischen Investoren von Yell können sich trotz der schlechteren Preisspanne über einen satten Zugewinn freuen. Sie halten neben dem 300 Mill. Pfund künftig weiterhin rund 44 % der Aktien. Geht man von der Mitte der Preisspanne aus, bleiben ihnen damit noch rund 900 Mill. Pfund. Im letzten Jahr verzeichneten die Fonds, die in vorbörsliche Beteiligungen investieren, das schlechteste Ergebnis seit zehn Jahren. Hicks Muse und Apax haben 635,7 Mio. Pfund für Yell aus eigener Tasche bezahlt. Damit haben sie auch die Telefonbuch-Tochter von of McLeodUSA Inc. erworben, die Yell Anfang des Jahres übernommen hatte. Für das am 31. März beendete Geschäftsjahr wies Yell einen Verlust von 31,4 Mio. Pfund aus. Steigende Zinskosten sowie Goodwill- Abschreibungen brachten das Unternehmen in die roten Zahlen. Der Umsatz legte um 12 Prozent auf 865,4 Mio. Pfund zu.

Quelle: Handelsblatt

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