Großaktionäre wollen Aufsichtsratschef Kriwet die Entlastung verweigern
Erbitterter Streit bei Thyssen-Krupp

Einige der Großaktionäre drohen, dem Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Heinz Kriwet auf der Hauptversammlung am Freitag die Entlastung zu verweigern. Sie schließen sich damit der Kritik von Aktionärsschützern an. Das wäre ein in der deutschen Industriegeschichte einmaliger Vorgang.

DÜSSELDORF. Analysten befürchten einen massiven Kursverfall, nachdem sich die Aktie eben erst erholt hatte. Zwischen den Altaktionären von Thyssen, die durch Kriwet vertreten werden, und den Krupp-Vertretern ist ein erbitterter Streit über die Struktur von Vorstand und Aufsichtsrat entbrannt. Über die Entwicklung ist Berthold Beitz, Vorsitzender des Kuratoriums der Krupp-Stiftung, "massiv verärgert", wie aus seinem Umfeld zu hören ist. Unterstützt wird er in dieser Position von den Mitaktionären WestLB und dem Staat Iran.

Die Stiftung verwaltet das Erbe der Krupp-Familie und ist mit einem Anteil von gut 17 % weitaus größter Aktionär des Konzerns. Das Stiftungskuratorium, in dem auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement und WestLB-Chef Friedel Neuber sitzen, hatte einstimmig beschlossen, die Doppelspitze im Vorstand aufzulösen und den Vorstand von neun auf sechs Mitglieder zu verkleinern. Kriwet hatte zuvor signalisiert, dass er bereit ist, den Aufsichtsrats-Vorsitz an Gerhard Cromme, einen der beiden bisherigen Konzernchefs, zu übergeben. Allerdings stellt Kriwet eine Reihe von Bedingungen, ohne deren Erfüllung er in seinem Amt bleiben will. In diesem Fall wäre die Auflösung der Doppelspitze vom Tisch. Kriwet will den Vorstand in seiner jetzigen Form beibehalten und sich einen Posten im vierköpfigen Aufsichtsratspräsidium sichern. Die Krupp-Fraktion lehnt dies ab.

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