Großangelegte Rettungsaktion
Fähr-Passagiere entgehen knapp einer Katastrophe

Knapp 900 Menschen auf einer Nordseefähre sind in der Nacht zum Samstag durch das entschlossene Eingreifen der Besatzung einem drohenden Großbrand entgangen.

dpa LONDON. Nach Angaben eines Sprechers der britischen Küstenwache stand mehr als ein Dutzend Hubschrauber und Schiffe bereit, um die Menschen von der rauchenden dänischen Fähre "Princess of Scandinavia" aufzunehmen. Der Mannschaft gelang es jedoch, die beiden Feuer zu löschen. Das Schiff setzte daraufhin mit eigener Kraft die Fahrt fort.

Der Kapitän der Fähre auf dem Weg von Newcastle nach Kristiansand (Norwegen) und Göteborg (Schweden) hatte am Freitag um 22.45 Uhr Ortszeit "Mayday" gefunkt und damit eine große Rettungsaktion ausgelöst. Er berichtete über ein Feuer im Maschinenraum, das sich später auch auf den Schornstein ausbreitete.

Alleine die britische Küstenwache setzte zehn Hubschrauber und 13 Rettungsschiffe in Marsch, um der "Princess of Scandinavia" zu helfen. Hubschrauberhilfe für das Schiff 240 Kilometer südöstlich von Aberdeen kam auch von der norwegischen Küstenwache sowie von Öl-Bohrinseln in der Nordsee.

Während die Helfer Pläne für die Evakuierung des Schiffes machten und die Passagiere sich auf den Decks dafür bereit hielten, meldete der Kapitän, dass seine Mannschaft das Feuer rund zwei Stunden nach dessen Ausbruch unter Kontrolle bekommen habe. Es gelang auch, die Maschine wieder zu starten.

Die Princess of Scandinavia nahm mit eigener Kraft Kurs auf Kristiansand. An Bord der Fähre befanden sich nach Angaben der dänischen Reederei DFDS insgesamt 884 Menschen - 758 Passagiere und 126 Besatzungsmitglieder. 428 Passagiere waren Schweden, 246 Briten, 71 Norweger und 13 Dänen. Nach Angaben der Reederei wurde niemand an Bord verletzt.

Britischen Medienberichten zufolge sollen einige Passagiere psychisch sehr angegriffen sein. Die britische Küstenwacht berichtete, wegen des ruhigen Wetters wäre eine Evakuierung des Schiffes möglich gewesen. Allerdings sei dies immer nur die letzte Maßnahme: "Das beste Rettungsboot ist das Schiff, auf dem sie sich jetzt befinden", sagte Mark Clark.

Die "Princess of Scandinavia", die 1 543 Passagiere und 379 Autos befördern kann, war auf dem Weg von Newcastle über Kristiansand (Norwegen) nach Göteborg (Schweden). Sie wurde 1976 gebaut und 1991 renoviert. Das Schiff ist 184 Meter lang und 22 528 Tonnen schwer. Es hat ein Schwesterschiff namens "Prince of Scandinavia".

Die dänische Reederei DFDS Seaways hat eine der größten Flotten in Nordeuropa. "Das ist ein Qualitätsschiff", sagte ein Sprecher der Reederei. Es verfüge über alle modernen Mittel zur Brandbekämpfung, die Besetzung sei gut ausgebildet. "Es war für die Passagiere wichtig, dass die Besatzung rasch gehandelt hat. Sie hat auch das Feuer ziemlich schnell unter Kontrolle bekommen."

Die britischen Rettungshubschrauber waren beim Einsatz in der Nordsee mit Ärzten besetzt, die Rettungsschiffe hatten Spezialausrüstung zur Brandbekämpfung an Bord. Die "Princess of Scandinavia" war während der Nacht von mehreren Schiffen umgeben, die sich für den Fall einer Evakuierung bereit hielten.

Der Kapitän teilte nach Anwerfen der ersten von vier Maschinen mit, er benötige auf dem Weg nach Kristiansand keine Begleitung. Das Fähre wird dort am Samstagnachmittag erwartet. Sofort nach der Ankunft sollen einem Sprecher der Reederei zufolge die Ermittlungen zur Ursache des Brandes beginnen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%