Großbanken
Kommentar: Interne Reformen reichen nicht

Die deutschen Großbanken stecken tief in der Krise. Die flaue Konjunktur und die Baisse an der Börse lassen die Gewinne wie Schnee in der Sonne zusammenschmelzen. Massive Kostenprobleme verschärfen die Lage zusätzlich. Im internationalen Vergleich rangieren Deutsche Bank, Dresdner Bank, Commerzbank und Hypo-Vereinsbank heute nur noch unter ferner liefen. Das ist hart. Im vergangenen Jahr schienen die Institute noch vor Gesundheit zu strotzen - gestützt vom Boom am Kapitalmarkt verdienten die meisten mehr als ordentlich. Doch die fetten Jahre haben letztlich nur die strukturellen Schwächen der mächtigen Geldhäuser überdeckt.

Jetzt, da die Probleme offen zu Tage treten, greifen die Top-Manager hart durch. Schmerzhafte Sparprogramme - Entlassungen sind längst kein Tabu mehr - und der Umbau der Konzerne sollen die Großbanken wieder auf den richtigen Weg führen. Zur selbstverordneten Radikalkur gehört auch die Straffung der Führungsstruktur. Weg vom Konsensmodell hin zu klaren Verantwortlichkeiten und schnellen Entscheidungsprozessen im Vorstand. Mit der Annäherung an angelsächsische Vorbilder wollen die Bankchefs das Vertrauen in ihre Reformfähigkeit stärken. Das ist sicherlich ein richtiger Schritt, interne Reformen alleine werden auf Dauer aber nicht ausreichen.

An einer Konsolidierung des deutschen Bankenmarktes führt kein Weg vorbei. Bislang scheiterten jedoch sinnvolle Fusionsversuche der Großbanken vor allem an persönlichen Eitelkeiten. Auch mit Zusammenschlüssen in Teilbereichen tun sich die Beteiligten noch immer schwer. Erst nach zähen Verhandlungen konnten sich die drei großen Frankfurter Institute auf die Fusion ihrer Hypothekenbanken einigen. Im Zahlungsverkehr und der Wertpapierabwicklung wäre ein ähnliches Projekt dringend notwendig, um Kosten zu sparen. Die Verhandlungen laufen seit längerem, ein Abschluss ist bislang nicht in Sicht. Neue Führungsstrukturen lassen auf schnellere Entscheidungen hoffen.

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