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Großbrand im Zentrum MadridsDPA-Datum: 2004-07-15 18:32:44

Madrid (dpa) - Vier Monate nach den Terroranschlägen von Madrid hat ein Großbrand im Zentrum der spanischen Haupstadt die Bevölkerung in Panik versetzt und Schäden in Millionenhöhe verursacht. Rund ein Dutzend Menschen erlitten Rauchvergiftungen, teilten die Behörden am Donnerstag mit.

Madrid (dpa) - Vier Monate nach den Terroranschlägen von Madrid hat ein Großbrand im Zentrum der spanischen Haupstadt die Bevölkerung in Panik versetzt und Schäden in Millionenhöhe verursacht. Rund ein Dutzend Menschen erlitten Rauchvergiftungen, teilten die Behörden am Donnerstag mit.

Das Feuer brach in einem Strom-Umspannwerk nahe dem Atocha-Bahnhof aus, wo bei den Attentaten vom 11. März zahlreiche Menschen getötet worden waren. In der Gegend befinden sich auch einige der prächtigsten Museen Spaniens, darunter der Prado. Ursache des Brandes war vermutlich die Überlastung eines Transformators. Ein terroristischer Hintergrund wurde weitgehend ausgeschlossen.

Wegen brennbarer Chemikalien in dem Werk gab es mehrere Explosionen. «Ich hörte einen großen Knall, dann schlugen Flammen in den Himmel», berichtete ein Anwohner. Vielerorts fiel der Strom aus, auf den Straßen herrschte ein Verkehrschaos. Die riesige Rauchwolke war 30 Kilometer weit zu sehen. Der Qualm sei aber nicht giftig, teilte der Stromversorger mit.

Bis zum Nachmittag konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Die Flammen griffen aber auf ein im Bau befindliches Hochhaus über und brachten es teilweise zum Einsturz. Eine anliegende Tankstelle blieb verschont. In dem Umspannwerk waren seit einem Jahr Umbauarbeiten im Gange. Am Donnerstag sollten neue Transformatoren in Betrieb genommen werden, hieß es.

Die Polizei räumte alle Gebäude im Umkreis von 250 Metern, darunter mehrere Wohnhäuser, das Gesundheitsministerium und das weltberühmte Prado-Museum. Hunderte Feuerwehrleute und Polizisten waren im Einsatz. Es sei einer der verheerendsten Brände der vergangenen 20 Jahre gewesen, sagte ein Sprecher.

Im Parlament, der Börse sowie in mehreren Hotels, Restaurants, Geschäften und in tausenden Haushalten fiel stundenlang der Strom aus. Die Abgeordneten wurden während des Untersuchungsausschusses zu dem Blutbad vom 11. März von dem Blackout überrascht. Das gesamte Zentrum der Drei-Millionen-Metropole war weiträumig gesperrt, auch auf einer U-Bahn-Linie musste der Verkehr zeitweise eingestellt werden. Viele der Anwohner werden erst in einigen Tagen in ihre Häuser zurückkehren können.

Die Rettungsdienste bauten zwei große Zelte zur Versorgung der Opfer auf. Die Szenen glichen denen vom 11. März. Viele Spanier fühlten sich an die Anschläge erinnert, bei denen 191 Menschen getötet und fast 1500 verletzt worden waren.

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