Großbritannien und Australien betroffen
Entlassungswelle bei IBM

Mehr als 5 300 IBM-Mitarbeiter mussten in diesem Jahr schon gehen, und nahezu täglich kommen neue Entlassungen hinzu. Das jedenfalls berichtet die Arbeitnehmer-Vertretung. Offizielle Zahlen der Konzernführung fehlen.

woe/vwd DÜSSELDORF. Alliance@IBM, die Gewerkschaft der IBM-Mitarbeiter, hat auf ihrer Homepage den Entlassungen inzwischen schon eine extra Rubrik gewidmet. Unter "Job-Cuts" nennt sie fast täglich neue Zahlen zu geplanten Entlassungen, veröffentlicht Erfahrungsberichte gekündigter Mitarbeiter und bietet ein "Erste Hilfe Paket" mit nützlichen Informationen für die Mitarbeiter an, die eine Entlassung fürchten.

Nach der neuesten Aufstellung der Arbeitnehmer-Vertretung sind der Entlassungswelle in den USA mittlerweile 5 372 der 150 000 Mitarbeiter zum Opfer gefallen. In Großbritannien sollen demnächst 1 000 und in Australien 500 hinzu kommen.

Spekulationen über Stellenstreichungen gibt es bereits seit einigen Wochen. Danach sollen in diesem Jahr insgesamt 8 000 Mitarbeiter gehen. Die Konzerführung informierte lediglich, dass einige Standorte ihre Stellen kürzen würden. Erst am Dienstag meldete sie, dass 1 500 der 20 000 Mitarbeiter im Halbleitergeschäft gehen müssen. Wie ein IBM-Sprecher informierte, sollen 950 Entlassungen im Werk Burlington (Vermont), 200 in Fishkill und 100 in Endicott (beide New York) erfolgen, der Rest verteile sich auf andere Niederlassungen innerhalb der USA. Nach dem weltweiten Abschwung der Halbleiterbranche waren diese Stellen-Streichungen sogar in noch größerem Umfang erwartet worden, sagten Analysten. Eine Stellungnahme zum gesamten Ausmaß der konzern-weiten Streichungen blieb bislang aus.

Angeheizt wurden die Gerüchte, nachdem IBM für das erste Quartal 2002 die schlechtesten Ergebnisse seit mehr als zehn Jahren meldete. IBM-Chef Samuel Palmisano hatte daraufhin Kostensenkungen um ein bis zwei Milliarden US-Dollar angekündigt. Mitarbeiter nannte er als ein mögliches Gebiet für Einsparungen. Weltweit arbeiten rund 320 000 Menschen für IBM.

Ein Wall-Street-Analyst hatte vor wenigen Wochen während einer Analysten-Konferenz in New York prognostiziert, dass der Umsatzrückgang um sechs Prozent Stellenkürzungen um ebenfalls sechs Prozent nach sich ziehen könnte. Das entspräche 20 000 Jobs. Palmisano hatte dieser Vorhersage nicht widersprochen.

Die rund 1 700 IBM-Mitarbeiter in Deutschland müssen offenbar nicht um ihre Jobs fürchten. "Wir haben keine Personalprogramme in diesem Sinne geplant", erklärte Sprecher Thomas Mickeleit gegenüber WirtschaftsWoche heute. Gleichzeitig räumte er jedoch ein, dass IBM die "Ressourcen anpassen" werde - über Umschulungen, Weiterbildungen und gegebenenfalls auch durch Stellenabbau über Fluktuation. Betriebsbedingte Entlassungen werde es aber nicht geben. Eine Prognose zur künftigen Entwicklung der Mitarbeiterzahlen in Deutschland lehnte er ab. Das sei "reine Spekulation".

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