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Großbritannien weist Vermutung über "Kursk"-Zusammenstoss zurück

Das russische Militär will Teile eines ausländischen U-Bootes in der Näher des gesunkenen Atom-U-Bootes entdeckt haben.

vwd/afp Moskau/London. Nach der Nachricht vom Tod aller 118 russischen Matrosen an Bord des havarierten Atom-U-Boots steht die Marine vor der Frage, was mit dem Wrack passieren soll. Eine mögliche Bergung der "Kursk" aus der Barentssee ist nach Einschätzung von Fachleuten gefährlich und kostspielig. Eine Hebung des Wracks könnte sogar kontraproduktiv sein, wenn dabei die Atomreaktoren an Bord beschädigt und die Umwelt radioaktiv verseucht würden, warnten Experten. Die Russen müssten daher abwägen, ob das Wrack nicht besser in seinem "Meeresgrab" bleiben sollte, zumal die Kosten für eine Bergung offenbar den Verteidigungshaushalt Moskaus übersteigen.

Der Generalstabschef der russischen Marine, Admiral Wladimir Kurojedow, zog bereits in Erwägung, dass Wrack mit Hilfe von Tauen der Luftkissen auf schwimmende Plattformen aus mehr als hundert Metern Tiefe zu heben. In einer Tiefe von 30 bis 50 Metern soll es dann von einem anderen Schiff geschleppt werden. Allerdings stellt dies laut Experten ein schwieriges Unterfangen dar, weil die völlig mit Wasser gefüllte "Kursk" 24 000 Tonnen wiegt und 155 Meter lang ist. Der Konstrukteur des U-Bootes in St. Petersburg wurde Regierungsangaben zufolge bereits beauftragt, einen Bergungsplan zu erstellen.

Der stellvertretende russische Ministerpräsident Ilja Klebanow räumte bereits ein, dass sein Land bei einer Bergung der "Kursk" auf internationale Hilfe angewiesen sei. Dagegen spekulierte die russische Presse über eine andere Lösung des Problems: Danach kann das Wrack des Havaristen auf dem Meeresgrund liegen bleiben, sofern es "konserviert" wird. Wie die Zeitung "Wedomosti" schrieb, soll das Atom-U-Boot in einen strahlungssicheren Sarkophag gehüllt werden. Diese Technik wandte die Marine laut dem Zeitungsbericht bereits 1989 an, nachdem das sowjetische U-Boot "Komsomolets" vor der Küste Norwegens in 1600 Metern Tiefe gesunken war.

Das britische Verteidigungsministerium hat unterdessen Berichte zurückgewiesen, wonach Wrackteile eines britischen U-Bootes in der Nähe der "Kursk" gefunden worden seien. Es gebe kein britisches U-Boot in der Nähe der Unglücksstelle und es habe sich auch nie eines dort befunden, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag. Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete zuvor unter Berufung auf das Militär, es seien Teile eines ausländischen U-Bootes in 330 Metern Entfernung von dem havarierten russischen Boot entdeckt worden. Die Trümmer stammten vermutlich von einem britischen Boot, meldete Interfax weiter.

Moskau hatte schon mehrfach die Vermutung geäußert, dass die "Kursk" nach einem Zusammenstoß mit einem ausländischen Boot gesunken ist. Die Zeitung "Segodnia" hatte am Samstag unter Berufung auf den Generalstaab der Nordmeerflotte berichtet, die "Kursk" Sei mit einem britischen Schiff zusammengestoßen.

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