Großbritanniens größter Stromkonzern ensteht
Milliardenfusion unter Englands Energieversorgern

Die britischen Strom- und Gasversorger National Grid Group und Lattice Group wollen zum größten Energiekonzern in Großbritannien fusionieren.

Reuters LONDON. Neben Kosteneinsparungen versprechen sich die beiden Unternehmen von einem Zusammenschluss eine gute Ausgangsposition für Übernahmen in den USA.

National Grid werde die Lattice Group als Eigentümer von Transco UK Gas Network für 6,3 Milliarden Pfund (rund 10,2 Milliarden Euro) übernehmen, teilte National Grid am Montag in London mit.

Bei einem gemeinsamen Marktwert von 14,8 Milliarden Pfund und 14,3 Milliarden Pfund Schulden entstünde ein Konzern mit einem Unternehmenswert von fast 30 Milliarden Pfund.

"Wir wollen die gemeinsamen Ressourcen und Finanzmittel einsetzen, um Kaufgelegenheiten in den ausländischen Energiemärkten, die derzeit liberalisiert werden, nutzen zu können", sagte National-Grid-Chef Roger Urwin, der an die Spitze des fusionierten Unternehmens rücken soll.

Dabei werde vor allem National Grids erfolgreiche US-Strategie ausgebaut. Die Hälfte der National-Grid-Gewinne stammen aus den USA, wo der Versorger zuletzt drei Unternehmen übernommen hatte.

Beide Unternehmen versprechen sich von der Fusion Einsparungen von jährlich rund 100 Millionen Pfund. National Grid verbuchte in der Vergangenheit herbe Verluste bei seinen Engagements in Südamerika und bei der Telekom-Tochter Energis.

Analysten begrüßten die Pläne. "Es sollte die Kostensenkungen in beiden Teilen des Unternehmens beschleunigen", sagte Philip Hollobone von SG Securities. Die Dividende werde durch diesen Schritt voraussichtlich jährlich um mindestens fünf Prozent steigen. Bei Lattice sehen Analysten Risiken für die Ergebnisentwicklung, nachdem das Unternehmen kürzlich ein enges Preiskorsett von der britischen Regulierungsbehörde verordnet bekommen hatte.

In den vergangenen zwölf Jahren waren bei den wichtigsten Übernahmen im deregulierten britischen Versorgermarkt stets ausländische Unternehmen zum Zug gekommen. Kritiker hatten seit Längerem ein nationales Gegengewicht zu expandierenden Energiekonzernen wie Electricite de France, RWE und E.On gefordert.

National-Grid-Aktien stiegen nach der Ankündigung in einem leichten Gesamtmarkt um 3,47 Prozent auf 507 Pence, Lattice-Titel legten um 11,72 Prozent auf 193 Pence zu.

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