Große Chancen vor allem für Windkraft
Wachstumspotenzial für "Erneuerbare Energie"

Die Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG erwartet für Unternehmen aus dem Bereich "Erneuerbare Energie" langfristig hohes Wachstumspotenzial und hat daher die Bewertung von vier am Neuen Markt gelisteten Windparkspezialisten aufgenommen.

Reuters WIEN. Als Top-Empfehlung mit "Buy" stuft die Erste Bank die Aktien der Plambeck Neue Energien AG ein, mit einem Kurspotenzial für die nächsten neun bis zwölf Monate von 50 bis 60 Prozent, sagte Erste-Analyst Günther Artner am Dienstag.

Für Plambeck erwartet die Erste Bank 2001 einen Gewinn je Aktie von 0,88 Euro. Für 2002 werde ein Gewinn von 1,31 Euro erwartet. "Plambeck ist ein solides Unternehmen, das den größten Track Record von allen Windprojektierern vorweisen kann," so Artner. Weiters sei Plambeck im Vergleich zur Peer Group günstig bewertet.

Die Aktien der P&T Technology AG werden erstmals von der Erste Bank mit "Outperform" bei einem Kurspotenzial zwischen 25 und 30 Prozent bewertet. Für 2001 erwartet die Erste Bank einen Gewinn von 0,59 Euro je Aktie, 2002 rechnet man mit 0,98 Euro.

Die Solarworld AG sei ebenfalls mit "Outperform" bei einem Kurspotenzial von 15 bis 20 Prozent eingestuft worden. Der erwartete Gewinn je Aktie wird mit 1,40 Euro für 2001 und 1,65 Euro für 2002 angegeben.

Die Aktien von Umweltkontor bewertet die Erste Bank mit "Neutral". Das Kurspotenzial für Umweltkontor liege bei fünf bis zehn Prozent. Die Gewinnschätzungen für 2001 wurden mit 0,61 Euro, für 2002 mit 0,72 Euro je Aktie angegeben.

Für alle vier Windparkspezialisten sehe die Erste Bank derzeit günstige Einstiegsniveaus. "Durch die in den letzen Monaten stattgefundenen massiven Kursrückgänge bieten sich den Investoren derzeit sehr interessante Einstiegsniveaus," sagte Artner. Zu den Hauptursachen für die Kursrückgänge würden unter anderem die allgemeinen Kursrückgänge am Neuen Mark zählen, weiters seien die Risikoprämien für Aktien gestiegen und der Ölpreis sei stark zurückgefallen.

Erneuerbare Energie

Unter "Erneuerbarer Energie" versteht man die Gewinnung von Energie aus Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse. Das größte Wachstumpotenzial hat laut Erste Bank der Bereich Windkraft. "Interessant sind vor allem die Kosten für Windstrom, die zwischen 1999 und 2000 bereits um die Hälfte gesenkt worden sind," so Artner. Aber auch das Potenzial von Windkraft sei enorm, denn theoretisch könnte mit Windenergie der weltweite Stromverbrauch viermal gedeckt werden, sagte Artner weiters.

"Wir sehen für diese Branche enorme Wachstumschancen, da der Energiebedarf durch Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum immer mehr steigen wird, was eine höhere Nachfrage für erneuerbare Energie zufolge haben wird," sagte Artner. Vor allem aber der steigende Ölpreis würde die Attraktivität von erneuerbarer Energie erhöhen. "Da sich langfristig gesehen der Anteil an alternativen Energieanbietern erhöhen wird, kann auch die Importabhängigkeit von der Opec reduziert werden," sagte Artner. Positiv soll sich laut Erste Bank auch Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie auswirken. Aber auch der stetig steigende Klimaschutzgedanke sowie die Kyoto-Ziele würden die Nachfrage nach erneuerbarer Energie positiv beeinflussen. Beim Kyoto-Protokoll hatte sich Deutschland verpflichtet sechs Treibhausgase in der Zeit von 2008 bis 2012 um 21 Prozent zu senken.

Einer Shell-Studie zufolge sollen ab dem Jahr 2050 mehr als 50 Prozent aus regenerativen Energien stammen. Derzeit würden noch 90 Prozent des Primärverbrauchs aus fossilen Quellen stammen, geht aus der Analyse der Erste Bank hervor.

Plambeck notierten zuletzt bei 16,80 (16,50) Euro. P&T standen unverändert bei 5,50 Euro. Umweltkontor stiegen im Tagesverlauf auf 18,09 (16,64) Euro und Solarworld notierten zuletzt mit 39,19 Euro.

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