Große Indizes notieren bislang im Minus
Investmentstrategen setzen auf Zuversicht

Unbeirrt setzen fast alle fundamental orientierten Investmentstrategen auf Zuversicht. Wie schon zum Jahreswechsel erwarten sie vor Beginn des zweiten Quartals stetig steigende Aktienkurse. Neun bis zehn Prozent Potenzial billigt beispielsweise Sal. Oppenheim dem Stoxx 50 in Europa zu.

DÜSSELDORF. Die Bilanz des abgelaufenen Quartals ist allerdings ernüchternd. Der Stoxx 50 notiert einen Tag vor Ultimo 2,2 % im Minus. Die in Europa und den USA führenden Technologie-Indizes Nasdaq 100 und Nemax 50 verlieren sogar rund 10 %. Dem Dow Jones (plus 3,3 %) und Dax (plus 3,7 %) gelingt immerhin der Sprung in die Pluszone. Tokio führt unter den großen etablierten Indizes mit plus 7,4 % die Gewinnerliste an.

Ein Blick auf die Verliereraktien kommt einer Reise in die lange Baisse-Vergangenheit gleich: Mit AT & T, IBM, Hewlett-Packard, Microsoft und General Electric führen im amerikanischen Dow die Technologie-Aktien die Minusliste an. In Europa sind Telekom - und Medienaktien die größten Verlustbringer. Vivendi, France Telecom und Nokia verlieren zwischen 18 % und 30 %. Im Dax hält die Deutsche Telekom mit minus 11,6 % wie schon in fast allen Quartalen der vergangenen zwei Jahre die rote Laterne.

Auf der Gewinnerseite finden sich in den USA all jene Unternehmen, die vor gut einem Jahr im Präsidentschaftswahlkampf als "Bush- Aktien" gepriesen wurden: Beispielsweise General Motors oder Boeing - defensive Werte der Old Economy. Damals noch als Profiteure einer konservativ-republikanischen Regierung gehandelt, gehören sie nun auf Grund der konjunkturellen Entwicklung zu den Siegern. Seitdem Frühindikatoren auf eine rasche und kräftige Erholung in den USA deuten, setzen Investoren auf Zykliker. Diesen hilft ein Wirtschaftsaufschwung am meisten.

"Verhalten optimistisch"

In Europa ist das Gewinnerbild differenzierter. Im Stoxx stehen vor allem Finanztitel (Hypo-Vereinsbank, ABN Amro, Société Générale) ganz oben. Ihr Kreditgeschäft und damit ihre Erträge würden bei anziehender Konjunktur kräftig steigen. Im Dax gehören mit Degussa, Linde und Preussag zwar ebenfalls typische Aufschwungprofiteure zu den Gewinnern. Doch mit Deutsche Bank, Münchener Rück und MLP enttäuschen gleich drei Finanztitel. Hier lasten hausgemachte Probleme wie wacklige Kredite (Deutsche Bank), die Folgen der Terroranschläge (Münchener Rück) und die hohe Bewertung (MLP) auf dem Kurs.

Auf die ausstehenden drei Quartale blicken die meisten Investmentstrategen verhalten optimistisch. Morgan Stanley meint, dass sich der Aufschwung im zweiten Quartal fortsetzt. Der S & P-500-Index in den USA werde um 5 % bis 10 % steigen. Sal. Oppenheims Chief Investment Officer Bernd Borgmeier hält die Börsen trotz der kräftigen Kursanstiege seit September 2001 nicht für überbewertet. HSBC führt für ihr optimistisches Szenario neben dem Konjunkturaufschwung die gute Liquiditätsausstattung der Marktteilnehmer ins Feld. Europäische Aktien seien im Vergleich zu US-Titeln günstiger bewertet.

Viele Analysten setzen auf Technologie. Dazu gehören für die Hypo-Vereinsbank vor allem Halbleiterunternehmen. Diese gerieten zuletzt in den Fokus nach dem optimistischen Ausblick des weltgrößten Herstellers von Maschinen für die Chipproduktion, Applied Materials. Infineon und Philips dürften von steigenden Chippreisen und einer Gesamterholung der Branche am meisten profitieren, meint die Hypo-Vereinsbank. Auf Infineon mit einem Zwölfmonatsziel von 35 Euro (gestern 26 Euro) setzt auch Goldman Sachs.

Bei den arg gebeutelten Telekomaktien vertrauen viele Analysten der T-Aktie. Credit Suisse First Boston rechnet auf Sicht von zwölf Monaten mit 23 Euro (gestern 17 Euro). Die Vereins und Westbank - erwartet schon bis Herbst 24 Euro.

Weniger zuversichtlich für die Aktienmärkte ist dagegen SEB. Nach der Kursrally werde "die Luft für einen anhaltenden Anstieg über alle Marktsegmente zunehmend dünner", meint Stratege Michael Köhler. Für Zugewinne fehlten derzeit bessere Unternehmensgewinne und-ausblicke. Aus dem Dax empfiehlt er BMW (Kursziel 55 Euro, gestern 45 Euro), FMC und Schering.

Die Vereins und Westbank - rechnet erst nach einer Börsenkorrektur zu Beginn des zweiten Quartals mit steigenden Kursen, dann aber mit Jahreshöchstständen im dritten Quartal. Neben BASF werden auf Grund der Restrukturierungsphantasie Daimler-Chrysler zum Kauf empfohlen.

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