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Große Kluft zwischen BVB und Homm

Die Tonart zwischen dem an der Börse notierten Fußball-Unternehmen Borussia Dortmund und dessen Großaktionär Florian Homm wird rauer. Der designierte BVB-Präsident Reinhard Rauball warnte den Investor vor allzu großer Einflussnahme in Vereinsangelegenheiten.

dpa DORTMUND. Die Tonart zwischen dem an der Börse notierten Fußball-Unternehmen Borussia Dortmund und dessen Großaktionär Florian Homm wird rauer. Der designierte BVB-Präsident Reinhard Rauball warnte den Investor vor allzu großer Einflussnahme in Vereinsangelegenheiten.

"Er tut dem BVB keinen Gefallen, wenn er durch öffentliche Erklärungen fordernd nach außen tritt. Nach meiner Auffassung haben die Mitglieder allein das Sagen. Selbst wenn ein Mann wie Homm so viel Geld in den BVB gesteckt hat, hat er damit keinen Anspruch auf Konsequenzen, die er von außen fordert", sagte Rauball der erscheinenden "Zeit". Dies habe er Homm in zwei Telefonaten klar gemacht.

Dessen ungeachtet machte Homm keinen Hehl aus seinen Plänen mit der kriselnden Borussia. So kündigte er in der "Sport Bild" an, dass die Arbeit der Kgaa-Geschäftsführung "spätestens im Dezember 2004 von Unternehmensberatern der Münchner Firma Metrum Management Gmbh unterstützt wird", um Fehlern im Management vorzubeugen.

Darüber hinaus will der Großaktionär offenbar dafür sorgen, dass der scheidende Präsident Gerd Niebaum auch als Geschäftsführer der Kapitalgesellschaft abgelöst wird. "Ich werde es begrüßen, ihn bei der Hauptversammlung zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit zu machen. Außerdem sollte Herr Niebaum für seine Verdienste eine marktübliche Abfindung erhalten, die sich im Rahmen von zirka 600 000 Euro bewegt", sagte Homm.

Niebaum bestritt unterdessen einen Zusammenhang zwischen seinem Rücktritt vom Amt des Präsidenten und der Kritik an seiner riskanten Finanzpolitik und seinem Führungsstil. "Der Rücktritt ist mein Beitrag, um die Wogen zu beruhigen. Es ist vor allem eine Geste nach außen", sagte er dem "Stern". Der Jurist sieht sich als Opfer der Medien: "Ich fühle mich manchmal wie in Bölls 'Die verlorene Ehre der Katharina Blum'. Da kommt ein Prozess der Rufschädigung in Gang, und am Ende kommt man aus dem Strudel kaum noch heraus."

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