Große Kurssprünge sind nicht zu erwarten
Dax-Ausblick: 5 200-Marke bleibt in Sicht

Die kommende Börsenwoche verheißt wenig Überraschungen. Große Kurssprünge sind nicht zu erwarten. Eine nachhaltige Verschlechterung der Stimmung halten Analysten aber ebenfalls für unwahrscheinlich. Spannende Unternehmensnachrichten haben allenfalls die Autobauer diesseits und jenseits des Atlantiks zu bieten.

DÜSSELDORF. Termine, die die Kurse bewegen könnten, sind in der kommenden Woche dünn gesäht. Die meisten Unternehmen haben ihre Zahlen längst gemeldet, die US-Notenbank Fed tagt erst wieder am 11. Dezember. Wolfgang Pflüger von der Hamburger Berenberg Bank erwartet eine "ereignislose Woche". Um so mehr Beachtung könnten da die Konjunkturdaten finden. Neben den US-Einkaufsmanager-Indizes und Arbeitsmarktzahlen stehen dabei Nachrichten aus der Automobilbranche im Blickpunkt.

Gleich am Montag geben General Motors und Ford ihre Verkaufszahlen für den November bekannt. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen, wie weit die US-Verbraucher wieder Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung gefasst haben. Aggressive Absatz-Fördermaßnahmen wie günstige Finanzierungsangebote hatten die Verkaufszahlen in jüngster Zeit verzerrt. Analysten rechnen damit, dass die Zahlen zwar nicht mehr so gut ausfallen werden wie im Oktober, weiterhin aber über dem Niveau von November 2000 liegen.

Porsche legt Zahlen vor

Weniger überraschende, aber positive ?Automobilnachrichten? stehen diesseits des Atlantiks an, wenn die Porsche AG am Mittwoch über das abgelaufene Geschäftsjahr und die Erwartungen für 2002 berichtet. Der Konzerngewinn stieg vor Steuern um 37 Prozent auf 592 Mill Euro und erst am Donnerstag kündigte Konzernchef Wiedeking an, 100 Millionen Mark in ein neues Motorenwerk am Standort Zuffenhausen bei Stuttgart zu investieren.

>>> Wichtige Termine der Woche auf einen Blick

Wann?Was?
Montag

Hochtief

AG (Zwischenbericht)
Montag

Ford

und

General Motors


Verkaufszahlen November
Dienstag

Bilfinger

+ Berger (Zwischenbericht)
DienstagUS-Einkaufsmanager-Index


Industrie
Mittwoch

Porsche AG(Jahresbilanz)

MittwochD-Arbeitslosenzahlen
MittwochUS-Einkaufsmanagerindex


(Service)
FreitagUS-Arbeitslosenzahlen


Automobilaktien wieder interessant

Diese guten Nachrichten spiegelt die Porsche-Aktie bereits wider. Nach einem Tiefstand von 221 Euro Mitte September hat sich der Kurs inzwischen nahezu verdoppelt. Damit ist die Aktie als Auto-Titel eher eine Ausnahme. Trotzdem stehen Automobilaktien bei Wolfgang Pflüger schon wieder auf der Empfehlungsliste: "Viele raten zwar noch davon ab, aber die Märkte schauen bereits auf 2002 /2003 und deshalb kann man durchaus einsteigen". Auch bei der Commerzbank steht mit Daimler-Chrysler ein Automobilwert auf der Kaufliste.

Insgesamt zählt Pflüger zu den wenigen Analysten, die zum Einstieg raten. Neben den Automobiltiteln hält er Werte aus dem zyklischen Sektor wie Telekommunikation und Halbleiter für interessant - Infineon und Siemens etwa, aber auch internationale Werte. Zu früh sei es dagegen für Chemie und Stahltitel. "Zwar hört man zur Zeit immer wieder ?abwarten, bis es noch etwas runter geht?, aber man hat ja in den vergangenen Wochen gesehen, dass das nicht funktioniert hat." Wenn überhaupt, dann gehe es auch weiterhin immer nur kurzfristig abwärts. Für die kommende Woche erwartet Pflüger keinen Rückgang. Vorausgesetzt, die technische Widerstandslinie bei 4 900 Punkten halte, sei sogar eine leichte Aufwärtsbewegung möglich - auf bis zu 5 200 Punkte. Das kommende Jahr sieht der Experte trotz anhaltend negativer Nachrichten weiter positiv: "Wir gehen stark davon aus, dass es weiter nach oben geht", sagt er.

Diese langfristig positive Sicht teilen die meisten Analysten. Die Konjunkturbelebung kommt, da scheinen sich alle sicher. Nur an der Frage wann, scheiden sich die Geister. Für die kommende Woche gehört Pflüger mit der prognostizierten Aufwärtsbewegung zu den wenigen Optimisten. "Konsolidierung" und "Seitwärtsbewegung" sind die zur Zeit gängigsten Beschreibungen der Börse. Die Hamburgische Landesbank sieht den Dax auf Wochensicht sogar etwas schwächer bei 4 800 Punkten. Auch die Credit Suisse sieht nach den Kursgewinnen der vergangenen Wochen nur noch wenig Spielraum für weitere Verbesserungen an den internationalen Aktienmärkten. "Die Fehlbewertung der Aktien vom September ist sicher größtenteils aufgearbeitet", meint Aktienstratege Philipp Vorndran.


Ihre Meinung zur Lage auf dem Parkett? Schreiben Sie an: c.woellner@vhb.de



Unsere Anlageempfehlungen kommen in dieser Woche von der Hamburgischen Landesbank - mit den Anlagefavoriten aus Euro-Stoxx und Dax.

Hamburgische Landesbank: Anlagefavoriten

Titel


Branche


Währung


Kurs


Kursziel


Aegon

Versicherungen


Euro


29,70


41,00


Allianz

Versicherungen


Euro


251,50


300,00


BSCH

Banken


Euro


9,50


10,50


Commerzbank

Banken


Euro


20,00


22,50


Credit Suisse Group

Banken


ChF


65,15


70,00


Deutsche Bank

Banken


Euro


73,12


72,00


ENI

Energie


Euro


12,99


15,50


Generali

Versicherungen


Euro


30,28


41,00


Metro

Handel und Konsum


Euro


36,50


44,00


Münchner Rück

Versicherungen


Euro


287,00


330,00


Nestlé

Handel und Konsum


ChF


336,00


390,00


Royal Bank of Scotland

Banken


GBp


1.627,00


1.700,00


Siemens

Investitionsgüter


Euro


65,55


75,00


Telefónica

Telekommunikation


Euro


15,15


17,00


Vodafone

Telekommunikation


Euro


183,00


210,00


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