Große Lebensmittelketten drücken die Preise für Milchprodukte
Molkereien schließen sich zusammen

dpa GELSENKIRCHEN. Der Konzentrationsprozess in der deutschen Molkereiwirtschaft hat sich im vergangenen Jahr weiter beschleunigt. Das geht aus einer am Mittwoch in Gelsenkirchen vorgelegten Statistik der Fachzeitschrift "Deutsche Milchwirtschaft" hervor. Die zehn größten Unternehmen der deutsche Molkereiwirtschaft teilten derzeit mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes der Branche von 37,6 Mrd. DM (19,2 Mrd. Euro) unter sich auf, berichtete der Chefredakteur des Fachblatts, Roland Sossna.

Im vergangenen Jahr hatte das Bundeskartellamt den Zusammenschluss von vier norddeutschen Molkereien zum deutschen Marktführer Nordmilch (Bremen) mit einem Gesamtumsatz von 4,7 Mrd. DM freigegeben. Auf Platz zwei folgten die deutschen Tochterunternehmen der niederländischen Campina Melkunie mit einem Umsatz von zusammen 3,3 Mrd. DM. Dahinter rangierten die Humana Milchunion (Everswinkel bei Münster) mit 2,9 Mrd. DM und die Molkerei A. Müller (Fischach bei Augsburg) mit 2,25 Mrd. DM.

Auch im laufenden Jahr werde sich der Konzentrationsprozess in der Branche mit allerdings gebremstem Tempo weiter fortsetzen, hieß es. "Langsam gehen die passablen Übernahme-Kandidaten aus", sagte Sossna. Gerade die Hersteller von Milchprodukten hätten in der Vergangenheit besonders unter dem scharfen Preisdruck durch die anhaltende Konkurrenz der großen Lebensmittelketten zu leiden gehabt. "Frischeprodukten werden oft als Lockvogelangebote eingesetzt", meinte der Branchen-Fachmann. In den vergangenen Monaten sei es den Herstellern jedoch wieder gelungen, Preiserhöhungen gegenüber dem Handel durchzusetzen.

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