Große Mehrheit erwartet stabile bis steigende Gemeinschaftswährung – Ein Drittel fordert Zinssenkung
Manager vertrauen zunehmend der Euro-Stärke

Der gestiegene Euro-Kurs verändert das Bewusstsein über die Stärke der europäischen Gemeinschaftswährung.

DÜSSELDORF. Nachdem im Sommer der Euro zumindest für kurze Zeit die Parität zum Dollar erreicht hatte, haben sich die Einschätzungen der deutschen Top-Manager zum künftigen Niveau des Euros gegenüber dem US-amerikanischen Dollar drastisch gewandelt. Dies ergab der Handelsblatt Business Monitor, die vom Psephos-Institut erhobene Repräsentativumfrage unter den Entscheidern in der Wirtschaft, in der Zeit vom 15. bis 30. August.

Danach erwartet eine klare Mehrheit von 69 Prozent, dass ein Euro auch in den kommenden sechs Monaten in etwa so viel wie ein Dollar wert ist. Weitere sieben Prozent rechnen mit einem Anstieg der Gemeinschaftswährung über die Parität. Bereits im Juli war der Anteil derer, die in der kommenden Zeit einen Gleichstand erwarten, von 15 Prozent im Mai auf 39 Prozent gestiegen. Einen Stand über der Parität hatten bislang nie mehr als sechs Prozent der Befragten für die nächsten sechs Monate gesehen - und das war direkt nach dem 11. September 2001. Derzeit vermuten nur noch 23 Prozent, dass der Euro unterhalb des Dollar verharren wird.

Damit verhalten sich die Manager überwiegend prozyklisch zum Marktgeschehen: Seit Anfang des Jahres war der Euro-Kurs kräftig und kontinuierlich von knapp 0,89 auf bis zu 1,01 US-Dollar gestiegen. Auffällig ist allerdings, dass die vorübergehende leichte Euro-Schwäche in den Wochen bis Ende August die Manager nicht nachhaltig über die künftige Stärke der Gemeinschaftswährung verunsichern konnte.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden konjunkturellen Schwäche in Euroland und der Verunsicherung über die Wirtschaft in den USA sind die Rufe der Wirtschaft nach einer Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) zuletzt wieder lauter geworden. Forderten im Juni lediglich 18 Prozent, dass die EZB die Zinsen herabsetzen möge, waren es in der zweiten August-Hälfte 31 Prozent. Eine breite Mehrheit von 69 Prozent plädiert allerdings weiterhin für einen unveränderten Zinssatz von 3,25 Prozent.

Vor allem Unternehmenslenker in kleineren Betrieben treten stärker für eine Zinssenkung ein (32 Prozent) als in mittleren (28 Prozent) und großen Unternehmen (24 Prozent). Unter den einzelnen Branchen macht sich besonders das seit Jahren gebeutelte Baugewerbe (37 Prozent) hierfür stark.

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