Große Momente
Charisteas verneigt sich

Die Mannschaften Portugals und Griechenlands spielten im Stadion des Lichts als auch dem Griechen Angelos Charisteas ein Licht aufging. Er schaffte gegen den favorisierten Gastgeber das "Wunder von Lissabon". Sein Dank galt dabei nur einem, der immer an ihn geglaubt und ihm Verantwortung übertragen hatte, seinem Förderer Otto Rehhagel. "Ich muss ihm danken. Ich hatte mit Werder Bremen keine gute Saison. Aber er hat vor dem Turnier zu mir gesagt, dass ich bei ihm trotzdem Stammspieler bin", sagte der strahlende Torheld in den Katakomben des Stadions.

HB LISSABON. Die gesamte Dimension seiner Heldentat konnte der 24-Jährige am Sonntagabend nur vage einschätzen. "Das ist der größte Moment in meiner Karriere. Ein historischer Tag für Griechenland. Wir sind jetzt die beste Mannschaft in Europa", erklärte Charisteas mit leuchtenden Augen. Eine klare Vorstellung hatte er eher davon, was seine Teamkollegen und ihn am Montag bei der Rückkehr nach Athen erwarten würde: "Drei Millionen Menschen warten auf uns. Wir werden sehr viele Sicherheitskräfte benötigen", meinte er.

Im griechischen EM-Märchen spielte Charisteas eine Hauptrolle, die ihm beim Doppel-Triumph mit Werder Bremen in Bundesliga und DFB-Pokal nicht vergönnt war. Dort agierten der Brasilianer Ailton und der Kroate Ivan Klasnic als Hauptdarsteller im Bremer Angriff, aber bei Rehhagel war Charisteas erste Wahl. "Ich habe immer an den Jungen geglaubt. Meine ehemaligen Spieler Thomas Schaaf und Klaus Allofs haben es dennoch richtig gemacht, weil Ailton und Klasnic Tore am Fließband erzielt haben. Hier hatte Angelos nicht die große Konkurrenz. Er hat ein sensationelles Turnier gespielt und war einer der Top-Spieler dieser Europameisterschaft", kommentierte Rehhagel.

Charisteas war frustriert, aber auch mit umso größerem Ehrgeiz nach Portugal gereist. Dort sorgte der Mittelstürmer auf der ungewohnten rechten Seite für Furore: "Ich habe vor der EM gesagt, das ist eine große Chance für mich." Mit drei Toren nutzte er sie eindrucksvoll und ausdrucksstark. Als er in der 57. Minute nach dem Eckstoß von Angelis Basinas das goldene Final-Tor erzielte, riss er das Trikot hoch und zeigte den Zuschauern in aller Welt ein T-Shirt mit dem Foto von Dimitris, "dem Sohn meiner Schwester". Im Viertelfinale, als er Titelverteidiger Frankreich aus dem Turnier köpfte, sandte er auf diese Weise einen Gruß an seinen französischen Werder-Teamkollegen Johan Micoud, der nicht für die EM nominiert worden war.

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