Große Nachfrage nach Rückflügen
Reiseveranstalter reagieren auf die Bali-Anschläge

Nach den Anschlägen auf der indonesischen Ferieninsel Bali, denen mindestens 187 Menschen zum Opfer gefallen sind, haben Reiseveranstalter wie Fluggesellschaften erste Konsequenzen gezogen.

vwd FRANKFURT/HANNOVER. So werden Reisen nach Bali abgesagt, kostenlose Stornierungsmöglichkeiten eingeräumt, zusätzliche Flüge angeboten, um der hohen Nachfrage nach Rückflügen von der Touristen-Insel zu begegnen, und die Sicherheitsvorkehrungen auf Bali teilweise verstärkt. Die finanziellen Auswirkungen der Anschläge lassen sich nach Aussage der Veranstalter zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nicht beziffern.

Die TUI AG, Hannover, hat am Montag in Reaktion auf die Terroranschläge auf Bali alle Reisen auf die indonesische Urlaubsinsel sowie Rundreisen und Ausflüge vor Ort abgesagt. Dies gelte bis zum kommenden Sonntag und für alle Veranstalter des Konzerns, teilte der Touristikkonzern mit. Die Kunden würden den vollen Reisepreis erstattet bekommen oder - falls gewünscht - auf andere Reiseziele umgebucht. Derzeit befinden sich den Angaben zufolge rund 200 deutsche TUI-Urlauber auf Bali. Bislang hätten vier Gäste den Wunsch geäußert, ihren Urlaub vorzeitig abzubrechen. Diese sollen nach Deutschland zurückgeflogen werden.

Insgesamt hätten rund 700 Gäste in Bali mit Reiseveranstaltern der World of TUI Urlaub gebucht haben. Jedoch sei kein Gast sei direkt von den Anschlägen betroffen. TUI betreibt auf der Insel 26 Hotels, drei davon in dem von den Anschlägen betroffenen Ort Kuta. TUI erwarte durch die Terroranschläge auf Bali jedoch nur geringe Auswirkungen auf das Touristikgeschäft. "Es ist möglich, dass kurzfristig in Südostasien die Nachfrage nach unten geht", sagte ein Sprecher der TUI Deutschland am Montag auf Anfrage.

So kurz nach dem Ereignis sei es noch zu früh, die Auswirkungen genau zu prognostizieren, meinte der Sprecher. Möglicherweise würden nun auch andere Urlaubsgebiete wieder verstärkt nachgefragt. Gegenwärtig sei nicht daran gedacht, die Sicherheitsmaßnahmen in den gefährdeten Gebieten zu verstärken. In diesem Zusammenhang arbeite man aber eng mit dem Auswärtigen Amt zusammen.

Neckermann, die wichtigste deutsche Veranstaltermarke des Thomas-Cook-Konzerns, vermisst nach dem Terroranschlag eignenen Angaben zufolge einen Urlaubsgast. Ein weiterer der 100 Neckermann-Urlauber, die sich gegenwärtig auf Bali befänden, sei verletzt worden und befinde sich in einem Krankenhaus im australischen Darwin, sagte ein Konzernsprecher. Insgesamt seien rund 500 Urlaubsgäste des Reisekonzerns aus den Verkaufsländern Deutschland, Niederlande, Großbritannien auf der Insel.

Alle für Oktober gebuchten Bali-Reisen könnten kostenlos storniert bzw. umgebucht werden, hieß es. Über konkrete Auswirkungen des Anschlags auf das Touristikgeschäft von Thomas Cook seien gegenwärtig noch keine Aussagen möglich. Die Deutsche Lufthansa, Frankfurt/Köln, sieht nach dem Anschlag auf der indonesischen Insel Bali keine Auswirkungen auf ihr Geschäft und ihre Flüge. Bali werde von Lufthansa überhaupt nicht angeflogen, sagte eine Konzernsprecherin auf Anfrage. Die indonesische Hauptstadt Djakarta sei das einzige Ziel der Fluggesellschaft in Indonesien. Der Anschlag habe daher für Lufthansa als Linienfluggesellschaft keine Auswirkung.

Nach Aussage der Club Mediterranee SA, Paris, ist es noch zu früh, um die negativen Auswirkungen der Anschläge auf das Geschäft von Club Med sowie auf die gesamte Tourismusbranche in Indonesien und Asien abzuschätzen. Eine Club-Med-Sprecherin sagte am Montag, dass ihr Unternehmen die Situation von seinem Ressort in Bali und von ihren Büros in Singapur und Paris aus beobachten werde. Darüber hinaus habe Club Med die Sicherheitsvorkehrungen in ihrem Ressort auf Bali verstärkt und sämtliche geplanten Ausflüge außerhalb des Ressorts gestrichen.

Das Bali-Ressort von Club Med liegt den Angaben der Sprecherin zufolge rund 30 Autominuten vom Anschlagsort entfernt. Bislang hätten die Urlauber im Bali-Ressort noch nicht um einen Abbruch ihrer Ferien gebeten. Die Kuoni Reisen Holding AG, Zürich, hat zwischenzeitlich mitgeteilt, dass alle Gäste auf Bali, die ihre Rückreise kurzfristig antreten wollen, umgehend auf Flüge von Thai Airways und Sigapore Airlines gebucht würden. Bis zum 14. November könnten Reisen nach Bali spesenfrei annulliert werden. Indonesien und Bali machten im Veranstaltergeschäft von Kuoni Schweiz lediglich einen Anteil von 0,3 Prozent aus, erklärte Kuoni.

Die Singapore Airlines Ltd, Singapur, wird Angaben vom Montag zufolge bis zum 21. Oktober pro Tag einen zusätzlichen Flug zwischen Singapur und Bali anbieten. Damit reagiert die Fluggesellschaft auf die hohe Nachfrage nach Rückflügen von der Touristen-Insel. Die Qantas Airways Ltd. hat nach den Anschlägen erste Flugstornierungen beobachtet. Es sei verständlich, dass die Leute Angst hätten, sagte ein Sprecher der australischen Fluggesellschaft. Selbstverständlich habe Qantas den Fluggästen die Möglichkeit einer kostenlosen Stornierung eingeräumt. Darüber hinaus hat die größte australische Fluggesellschaft zuzsätzliche Flüge nach Bali eingerichtet, um rückkehrwilligen Touristen den Heimflug zu ermöglichen. Es stünden rund 1 200 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung, so der Sprecher.

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