Große Spannbreite bei der Qualität der Angebote
Stiftung Warentest empfiehlt Riester-Rente

Wer mit Riester-Rentenpolicen vorsorgt ist, sollte auf erhebliche Qualitätsunterschiede achten. Dazu rät die Stiftung Warentest, die 374 Angebote untersucht hat. Ihr Tenor: Riester-Produkte sind für jedes Alter geeignet und erzielen bei richtiger Auswahl eine gute Rendite von bis zu zehn Prozent. Die Unterschiede sind aber groß.

HB cd/mot/Tsp BERLIN/DÜSSELDORF. So kann ein 30-jähriger Familienvater mit einem Jahreseinkommen von 40 000 ? bei einem guten Anbieter 880 ? Riester-Rente sparen, bei einem schlechten nur 540 ?. Gemessen an den Kosten herkömmlicher Vorsorgeprodukte und unter Berücksichtigung von staatlicher Förderung und Steuervorteilen seien Riester-Renten prinzipiell empfehlenswert, urteilt die Stiftung. "Insgesamt haben wir für fünf Modellkunden 27 sehr gute und 32 mangelhafte Produkte identifiziert", sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift "Finanztest". Der umfangreiche Test in der aktuellen "Finanztest"- Ausgabe solle die Auswahl der Riester-Rente erleichtern. Denn: "Es gibt kein Unternehmen, das mit seinen Produkten in einer Sparte für alle Modellkunden Testsieger ist", so Tenhagen. Die Bewertung hänge immer von individuellen Faktoren wie Alter, Einkommen, Geschlecht und Familienstand des Kunden ab.

Getestet wurden die drei Varianten der Riester-Rente: die klassische Rentenversicherung (für sicherheitsorientierte Anleger), die Rentenversicherung mit begrenztem Fondsanteil (höhere Rendite bei geringem Risiko) und Policen mit hohem Fondsanteil (hohe Rendite für Risikofreudige). Dabei ergab die Untersuchung für fünf Modellkunden: Bei der klassischen Rentenpolice liegt in vier von fünf Fällen der Versicherer Asstel - der zum Gothaer-Konzern gehört - vorn. Die Berlinische Leben bietet in vier von fünf Fällen die beste Rente mit begrenztem Fondsanteil. Die besten Rentenversicherungen mit hohem Aktienanteil kommen in drei von fünf Fällen von der Volksfürsorge. Bei der Anlage in Fonds wurde generell eine Verzinsung vor Kosten von neun Prozent unterstellt .

Wichtig für die Beurteilung der Riester-Produkte waren Kosten und Prognose über die Überschussbeteilungen. Für letztere treffen Versicherer Annahmen, deren Plausibilität ein zentrales Prüfkriterium war. "Wir haben geprüft, ob auf Grundlage der aktuellen Situation des Versicherers die prognostizierte Leistung überhaupt realistisch ist", sagt Peter Schütt, Leiter der Abteilung Finanzdienstleistungen. Aus dem Vergleich der "Sollrendite", die erzielt werden muss, um vorausgesagte Überschüsse zu erzielen, und dem durchschnittlichen Anlageergebnis der Gesellschaft von 1999 bis 2001, leiteten die Tester ihre Qualitätsurteile ab. Anbieter wie Gerling, HDI oder Hanse-Merkur wollten sich dem Test nicht unterziehen.

Kritik kommt von der Allianz Leben, die mehrfach mit "gut" abschnitt. Der Test berücksichtige die Finanzkraft der Versicherer unzureichend. Dabei zeige die aktuelle Situation mit angeschlagenen Gesellschaften wie "wichtig" diese sei. Von der kritischen Finanzlage einiger Versicherer sollte sich niemand vom Abschluss einer Riester-Rente abbringen lassen, meinen die Tester. Schließlich sei das eingesetzte Kapital bei Riester-Policen garantiert

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