Große Unterschiede
Hintergrund: Kirchenfinanzen in der EU

Die Finanzierung der Kirchen in der EU variiert stark. Die Spannweite reicht von einer Staatskirche mit ihrer engen Verzahnung zwischen Kirche und Staat bis zur vollständigen Trennung jeglicher Beziehungen. In Belgien und Griechenland besteht eine direkte Abhängigkeit von den staatlichen Leistungen.

DÜSSELDORF. Die belgischen Religionsgemeinschaften decken ihren Finanzbedarf durch eine Mischung von staatlichen Leistungen und Spenden. In Griechenland ist die orthodoxe Kirche seit 1833 Staatskirche. Den orthodoxen Pfarrern bezahlt der Staat ein Gehalt sowie den Bischöfen den Hauptteil ihrer Unterhaltskosten. Die britische Staatskirche finanziert sich dagegen aus eigenem Vermögen; gleiches gilt für die katholische Kirche in Portugal.

In Dänemark besteht dagegen ein Kirchensteuersystem. Zudem unterstützt der Staat die Kirche. Drei Fünftel der Pfarrergehälter, weitere Personalkosten und ein großer Teil des Unterhalts für Kirchengebäude werden vom Staat aufgebracht. Ferner gibt es eine Kirchensteuer. Sie beträgt bis zu 7 % des Einkommens. Auch in Finnland und Schweden gibt es Kirchensteuersysteme. Die Steuersätze betragen zwischen 1 % und 2 % des Einkommens.

In Frankreich finanziert sich die überwiegend katholische Kirche selbst. 75 % ihrer Einnahmen stammen aus Sammlungen und Spenden und 25 % aus dem freiwilligen Beitrag, dessen Richtwert bei 1 % des Einkommens liegt. Die evangelischen Kirchen finanzieren sich nur aus freiwilligen Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Ähnliches gilt für die Niederlanden.

In Italien und Spanien werden die Kirchen aus Steuermitteln unterhalten. Die Besonderheit ist, dass der Steuerpflichtige wählen kann, ob seine Steuergelder der Kirche oder einer sozialen Einrichtung zufließen sollen.

Österreich ist das einzige Land, in dem die Kirche sich mittels eines Beitrages der Kirchenangehörigen finanziert. Das Kirchenbeitragssystem lässt den Kirchen die Freiheit einer eigenständigen Tarifgestaltung.

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