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Große Verluste abgewendet

Keine Panik. New Yorks Börsen haben gehalten. Der Dow Jones Index brach zum Handelsbeginn 400 Punkte ein. Er schloss zwar unter der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten, doch hat er sich immerhin auf 114 Punkten Verlust heraufgearbeitet. Den Nasdaq Index hatte es am Morgen noch schlimmer getroffen, doch von dem größten Tagesverlust von 5,6 Prozent konnte sich das Technologie-Barometer noch auf 1,32 Prozent Verlust retten. Schlechte Wirtschafts- und Unternehmensdaten und pessimistische Zukunftsaussichten belasteten die Märkte.

Im September stieg der Verbraucherpreisindex und die um den volatilen Lebensmittel- und Energiebereich bereinigte Kernrate mehr als erwartet wurde. Die Entwicklung dieses Inflationsindikators besorgt Anleger und Investoren.



Zu den Verlierern gehörten zur Wochenmitte vor allem Technologiewerte und im Dow Jones Index allen voran IBM. Unerwartet niedrige Umsätze des Technologie-Riesen enttäuschten sowohl Investoren als auch Experten. Pessimistische Kommentare der Analystenhäuser schadeten dem Wert zusätzlich. IBM fiel um 17 Prozent. Der Kurssturz vernichtete rund 30 Milliarden Dollar Marktvolumen. Hewlett-Packard und J.P. Morgan folgen IBM auf der Verliererseite des Dow Jones Index.



J.P. Morgan litt unter den schlechten Quartalszahlen, die Chase Manhattan gemeldet hatte. Im vergangenen Monat hatte J.P. Morgan einer Übernahme durch Chase Manhattan zugestimmt. J.P. Morgan meldete selber am Mittwoch zwar einen Gewinn, der die Erwartungen um 14 Cents pro Aktie übertraf, doch unangenehm stieß es den Investoren auf, dass die Investmentbank geringere Umsätze in Aktienverkäufen verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Umsatz in diesem Bereich um 14 Millionen Dollar.



Zugpferde aus dem frühen Kursdilemma waren Intel und Sun Microsystems. Beide Technologie-Riesen konnten die Anleger beschwichtigen und ihr Vertrauen in die Technologiewerte wieder wecken. Nachdem Intel die Anleger am Dienstag nach Handelsschluss mit einem guten Quartalsergebnis und zuversichtlichen Zukunftsprognosen erfreute, befand sich der Wert auf den Gewinnerlisten der New Yorker Indizes.



Der Computerhersteller Sun Microsystems konnte seinen Gewinn im ersten Quartal des Geschäftsjahres um 88 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Der Gewinn übertraf mit 30 Cents pro Aktie selbst optimistischste Schätzungen. Das Unternehmen erklärte, es sei in diesem schnell wachsenden Markt seinen Konkurrenten Hewlett-Packard und IBM voraus. Trotzdem schloss Sun Micro einen Prozentpunkt unter dem Eröffnungskurs.



Eastman Kodak meldete seine Quartalszahlen zusammen mit einer erneuerten Gewinnwarnung. Die bereits vor Wochen revidierten Aussichten für das dritte Quartal konnte der größte Fotokonzern der Welt noch erfüllen, doch für das vierte Quartal werden die Zahlen nicht eingehalten werden können. Den Anlegern schienen die grauen Aussichten im Laufe des Tages nichts mehr auszumachen. Nach einer sehr schwachen Eröffnung schloss das Papier mit fast fünf Prozent im Plus.



Medienwerte profitierten von einer Nachricht von Time Warner. Der weltgrößte Medienkonzern konnte die Analystenschätzungen übertreffen. Time Warner meldete für das dritte Quartal einen Gewinn von sieben Cents pro Aktie. Damit konnten die Konsensschätzungen um drei Cents übertroffen werden. Auch der zukünftige Partner America Online legte am Mittwoch zu. Investoren spekulierten auf gute Quartalszahlen, die AOL nach Börsenschluss dann auch präsentierte. Mit 14 Cents Gewinn pro Aktie liegt der Internetprovider einen Cents über den Analystenschätzungen. Auch die Werbeeinnahmen sind wider Erwarten der augenblicklichen Tendenz besser ausgefallen. AOL setzte zwei Milliarden Dollar um.



Auch Microsoft hat nach Börsenschluss Quartalszahlen gemeldet. Der Softwaregigant konnte die Konsensschätzungen mit 46 Cents Gewinn pro Aktie um fünf Cent übertreffen. Einnehmen konnte Microsoft in seinem ersten Geschäftsquartal 5,8 Milliarden Dollar.

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