Großeinsatz der Polizei geplant
„Junge Wilde“ sind heiß auf ManU

Es ist das Spiel des Jahres für den VfB Stuttgart und ein sprichwörtlicher "Feiertag" für den Verein: Jede Menge Imagegewinn und zweistellige Millioneneinnahmen lassen den Präsidenten froh locken. Und auch sportlich ist alles dring, glaubt selbst Franz beckenbauer.

HB STUTTGART. Keine Frage: Der VfB Stuttgart fiebert dem Champions-League-Schlager gegen Manchester United am Mittwoch (20.45 Uhr/SAT 1 und Premiere) entgegen. "Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass wir für Deutschland spielen und die Fahne hochhalten", sagte VfB-Chef Erwin Staudt am Montag. Franz Beckenbauer traut den Schwaben sogar den ganz großen Coup zu. "Ja, für mich hat der Tabellenführer VfB sogar Chancen auf den Titel", sagte er in seiner "Bild"-Kolumne.

Der VfB spiele einen "wunderschönen Fußball, ohne die Abwehr zu vernachlässigen", meinte Beckenbauer, der vor allem dem Teammanager ein glänzendes Zeugnis ausstellte: "Der Erfolg hat einen Namen: Felix Magath. Es gibt ganz wenige Trainer, deren Handschrift man bei der Mannschaft ablesen kann. Felix ist so einer." Nach Ansicht Beckenbauers wird der VfB mit seiner jungen Mannschaft von der Modus-Änderung in der Champions League profitieren: "Bei dem 14-Tage-Rhythmus ist genügend Zeit zur Regeneration."

Nach sieben Spielen ohne Gegentor herrscht bei den noch ungeschlagenen Stuttgartern Begeisterung pur. Magath macht erst gar keinen Versuch, seine "jungen Wilden" vor dem zweiten Gruppenspiel der Königsklasse auf den Boden zurückzuholen. "Für so eine Aufgabe kann die Euphorie nicht groß genug sein", sagte der 50-Jährige in der SWR-Sendung "Sport im Dritten" am Sonntagabend. Vor dem Heimspiel am Samstag gegen Schlusslicht 1. FC Köln sei dann vielleicht der richtige Zeitpunkt, "um etwas zu bremsen".

Das Spiel gegen Manchester ist für VfB-Chef Staudt ein "Feiertag". Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende von IBM Deutschland freut sich nicht nur über den Imagegewinn für den Verein, sondern auch über zusätzliche Einnahmen von über 13 Mill. ?. "Der finanzielle Erfolg hält uns viele Dinge vom Leib", sagte Staudt. Nach Wochen langem Stillstand nimmt der Club die Gespräche über die Vertragsverlängerungen seiner Jungstars in Angriff. Magath spreche "in diesen Tagen" mit Kevin Kuranyi, Andreas Hinkel und Ioannis Amanatidis, sagte Staudt.

Zudem will sich der VfB nun doch am Ausbau der Gegengeraden im Daimlerstadion beteiligen. Der Aufsichtsrat habe Grünes Licht für einen "überschaubaren fünfstelligem Betrag im Jahr" gegeben, erklärte Staudt. So soll ein Oberrang mit 2 500 zusätzlichen Plätzen geschaffen werden. Damit sind die Pläne eines reinen Fußballstadions in weite Ferne gerückt. "Wir haben im Moment die Mittel nicht", stellte Staudt klar.

Die Polizei plant rund um die ausverkaufte Begegnung einen Großeinsatz. Nachdem die Europäische Fußball-Union (UEFA) die Partie als "Spiel mit erhöhtem Risiko" eingestuft hat, stehen mehr als 1000 Beamte bereit, die rund um das Daimlerstadion für Sicherheit sorgen sollen. Dies teilte die Pressestelle der Landespolizeidirektion Stuttgart mit. 2700 ManU-Fans werden mit dem Flugzeug, PKW und Bussen anreisen. Sorge bereiten dem VfB und der Polizei vor allem jene zusätzlichen 200 bis 400 Anhänger, die ohne Tickets kommen. Der Verein geht von 150 bis 200 äußerst gewaltbereiten Fans aus. Das Cannstatter Volksfest wird am Spielabend aus Sicherheitsgründen eine Stunde früher bereits um 22.00 Uhr schließen.

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