Großer Applaus bei Auswechselung
Hüne Jancker ist für Japaner eine Attraktion

An seiner WM-Nominierung schieden sich die Geister, doch Carsten Jancker ließ die Kritiker vorerst verstummen. Als Prellbock im Angriff öffnete der 27-Jährige beim Kantersieg gegen Saudi-Arabien die Räume für Miroslav Klose, mit seinem Treffer zum 4:0 erfüllte er auch persönlich die Torvorgabe von Teamchef Rudi Völler.

dpa SAPPORO/JAPAN. Als Anerkennung für sein bislang bestes Länderspiel gab es bei seiner Auswechslung herzlichen Applaus statt Pfiffe der rund 1 000 deutschen Fans in Sapporo. "Klar, freut einen das nach den anderen Vorkommnissen", machte Jancker kein Hehl aus der Genugtuung, die er nach seinem WM-Debüt verspürte.

Für die japanischen Zuschauer war der 1,93-m-Hüne die Attraktion im Sapporo Dome. Jede seiner Aktionen wurde von Anfang an von einem ungläubigen Raunen begleitet, seine körperliche Dominanz in den Zweikämpfen schien die Asiaten tief zu beeindrucken. "In den ersten fünf Minuten hat es ja Angstschreie gegeben, wenn Carsten Jancker am Ball war", stellte der gleich große Teamkollege Christoph Metzelder erstaunt fest: "So einen Riesenkerl haben die in Japan wahrscheinlich noch nie gesehen", unkte der junge Dortmunder.

Jancker selbst hatte die ungewohnten Zuschauer-Reaktionen gar nicht registriert. Zu groß war seine innere Anspannung. Sie entlud sich im aggressiven Jubel nach seinem Tor zum 4:0, als er sich das Trikot vom Leibe riss und mit geballten Fäusten den erlösenden Moment auskostete. "Klar, war dieses Tor wichtig. Das erste hatte mir der Schiedsrichter ja nicht gegönnt", sagte Jancker. Er berichtete, dass Ubaldo Aquino aus Paraguay sich allerdings in der Halbzeitpause bei ihm für seine Fehlentscheidung entschuldigt hatte, als er beim vermeintlichen 1:0 des Münchners ein Foul erkannt haben wollte.

Das achte Länderspiel-Tor und eine gute Leistung sichern Jancker vorerst die bessere Position im Sturm gegenüber Oliver Bierhoff. Außerdem funktionierte das Zusammenspiel zwischen Jancker und Klose erneut ausgezeichnet, was auch Franz Beckenbauer herausstrich: "Carsten ist ein anderer Spielertyp. Es ist gut, wenn da vorne zwei Gegensätze sind: Carsten mehr der zentrale Spieler, der auch blockt und die anderen freispielt, dann der bewegliche und torgefährliche Klose. Diese Kombination passt schon."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%