Großer Preis von Malaysia: Michael Schumacher Training-Schnellster

Großer Preis von Malaysia
Michael Schumacher Training-Schnellster

Mit einer tollen Traum-Runde hat Michael Schumacher in der Formel-1-"Sauna" von Malaysia die Konkurrenz deklassiert und an letztjährige Macht-Verhältnisse erinnert. Fast eine Sekunde Vorsprung vor BMW-Pilot Juan Pablo Montoya, 0,7 Sekunden schneller als Ferrari-Kollege Rubens Barrichello - der fünfmalige Champion war im ersten Einzelzeitfahren in Sepang eine Klasse für sich und am Ende selbst ein wenig erstaunt.

HB/dpa SEPANG. "Die Zeit war ein bisschen überraschend nach dem freien Training. Wir haben nicht unbedingt damit gerechnet, dass wir so schnell sind", sagte Schumacher nach dem Auftakt zum zweiten WM-Lauf, bei dem er in ungewohnter Rolle antritt: Als Vierter von Melbourne startet der Titelverteidiger beim laut Veranstalter "heißesten Rennen der Welt" erstmals seit 130 Wochen nicht als WM- Spitzenreiter in einen Grand Prix.

Aber im ersten Teil der Qualifikation zum Großen Preis von Malaysia schien der Superstar so dominant wie im Vorjahr zu den besten Ferrari-Zeiten. "Wie ich prognostiziert hatte, sind Ferrari und Schumacher nach wie vor die Messlatte", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, der sich in Melbourne über den Auftaktsieg des Schotten David Coulthard hatte freuen dürfen. Schumacher fühlte sich auch bestätigt: "Wenn in Melbourne alles normal gelaufen wäre, hätten wir auch dort schon eine realistische Chance gehabt, vorne zu sein."

"Eine schöne Runde" sei er gefahren, meinte Schumacher und blickte dem Rennen zuversichtlich entgegen: "Ich glaube, wir haben gute Reifen hier. Und wir wissen ja auch, dass unser Auto gut ist. Insofern sieht es nicht so schlecht aus." Seine Malaysia-Bilanz ist glänzend. Zwei Mal gewann er das wegen der Hitze und Feuchtigkeit härteste Rennen des Jahres; seit 1999 war er immer auf der Pole Position und auf dem Podium.

Ralf Schumacher unzufrieden

Im ersten Einzelzeitfahren - die Startplätze werden erst am Samstag ausgefahren - erzielte Schumacher auf dem 5,543 km langen Kurs in 1:34,980 Minuten klare Bestzeit vor dem Brasilianer Barrichello (0,701 zurück) und dem Kolumbianer Montoya (0,959 zurück). Die Silberpfeil-Piloten Kimi Räikkönen und Coulthard belegten die Plätze vier und fünf. Diesmal hatte der Schotte das Problem, das der Weltmeister in Melbourne hatte: als "Straßenkehrer" (Schumacher) fahren zu müssen. "Das ist offensichtlich ein Nachteil, als Erster zu starten, da die Strecke anfangs schmutzig ist", sagte der McLaren-Mercedes-Pilot. Coulthard (10) ist WM-Erster vor Montoya (8), Räikkönen (6) und Schumacher (5). Der Kerpener war letztmals beim Grand Prix in Indianapolis am 24. September 2000 nicht als WM- Spitzenreiter angetreten. Danach führte er bis März 2003.

Vorjahressieger Ralf Schumacher war ziemlich sauer. Der BMW - Williams-Pilot war als 13. mit 1,825 Sekunden Rückstand auf seinen Bruder der am schlechtesten platzierte Deutsche und auch klarer Verlierer im internen Duell gegen Montoya. Er klagte über ein übersteuerndes Auto und meinte: "Ich ärgere mich selber." Zufrieden durfte das Mönchengladbacher Renn-Duo sein. Nick Heidfeld war Siebtbester vor seinem Kollegen Heinz-Harald Frentzen. "Wir haben einen Riesenschritt gemacht. Denn heute morgen war im Auto ein bisschen der Wurm drin. Den haben wir gefunden", erklärte der jüngere Sauber-Pilot. Frentzen meinte: "Es lief besser als erwartet."

Unterdessen verteidigte der Präsident des Internationalen Automobilverbandes (FIA), Max Mosley, in einer ersten offiziellen Stellungnahme seit dem Kriegsausbruch das Stattfinden der größten Sportveranstaltung des Wochenendes. "Unser Sport hat überhaupt nichts mit dem Konflikt im Irak zu tun. Die FIA unterstützt die Organisatoren des malaysischen Grand Prix dabei, das Rennen auf die übliche Weise zu veranstalten", erklärte der Brite in einer Mitteilung. Die Veranstalter dementierten schriftlich Presseberichte von einer angeblichen Bombendrohung. Michael Schumacher verlässt sich auf die Sicherheitsvorkehrungen der Organisatoren. Er gehe davon aus, dass die Veranstalter "viel unternehmen, um die Zuschauer, die Gäste und die Beteiligten zu schützen", so der Champion: "Ich fühle mich so sicher, wie ich mich gerade überall fühlen kann."

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