Großer Protestzug im Norden Brandenburgs
Zehntausende Menschen bei Ostermärschen

Mehrere zehntausend Menschen haben in diesem Jahr bei den traditionellen Ostermärschen der Friedensbewegung gegen den Krieg im Irak demonstriert. Das zentrale Ostermarschbüro in Frankfurt am Main sprach am Montag von bis zu doppelt so vielen Teilnehmern wie im Jahr zuvor. Allerdings kamen zu den Ostermärschen weniger Menschen als zu den Protesten zu Beginn des Irak-Kriegs. Die größten Aktionen am Montag waren in Frankfurt, Berlin und Hamburg.

HB/dpa FRANKFURT. Der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine warf den USA auf einer Abschlusskundgebung in Frankfurt vor, keine Demokratie zu sein. Vor tausenden Demonstranten kritisierte er die Finanzierung der US- Wahlkämpfe durch die Industrie. "Solange dies nicht geändert ist, kann nicht von einer Demokratie gesprochen werden", sagte er.

Der stellvertretende Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Umweltminister Wolfgang Methling (PDS), nannte US-Präsident George W. Bush auf einer Kundgebung in Fretzdorf im Norden Brandenburgs am Sonntag einen "Verbrecher", der zusammen mit Saddam Hussein vor ein internationales Gericht gehöre.

Das Ostermarschbüro in Frankfurt berichtete von einer guten Resonanz auf die etwa 105 Aktionen. Hauptforderung sei die Ächtung des Angriffskrieges gegen den Irak gewesen. Zudem wurde der Rückzug der USA aus dem Irak verlangt und eine von den "militärischen Siegern dominierte Nachkriegsordnung" abgelehnt.

Eine der größten Veranstaltungen war ein Protestzug gegen den geplanten Bombenabwurfplatz der Bundeswehr im Norden Brandenburgs. Dazu kamen am Sonntag nach Veranstalterangaben rund 6000 Menschen nach Fretzdorf, die Polizei sprach von 3000 Teilnehmern. Um das militärische Übungsgelände in der Kyritz-Ruppiner Heide wird seit Anfang der 90er Jahre gestritten.

In Berlin zogen am Montag rund 2500 Demonstranten durch die Stadt - deutlich weniger als in den vergangenen Wochen, als wiederholt Zehntausende gegen den Irak-Krieg auf die Straße gegangen waren. Zum Abschlusskonzert kamen nach Veranstalterangaben rund 5000 Menschen. Jürgen Horn, einer der Organisatoren des Berliner Ostermarsches, räumte ein, dass eine gewisse Demonstrations-Müdigkeit eingetreten sei. Der Berliner Ostermarsch findet seit 21 Jahren statt.

In Frankfurt sprachen die Veranstalter von rund 8000 Teilnehmern, die Polizei von etwa 2500. In Kassel wandten sich am Montag rund 2000 Menschen gegen die US-Politik. Auf einem Transparent hieß es: "Heute: Irak, morgen: Syrien, übermorgen:?" Laut Polizei hatten 2002 in der nordhessischen Stadt etwas mehr als 1000 Menschen demonstriert. In Hamburg zogen zum Abschluss der Ostermarsch-Aktionen rund 2000 Menschen bei strahlendem Sonnenschein mit Fahnen in Regenbogenfarben und Transparenten durch die Straßen. Nach einer zweitägigen Fahrrad- Tour quer durchs Ruhrgebiet versammelten sich in Dortmund mehr als 1000 Ostermarsch-Demonstranten zum abschließenden Friedensfest. In Sassnitz auf der Insel Rügen trafen sich rund 200 Menschen zu einer Friedensdemonstration an der Ostseeküste.

Bereits am Samstag hatten sich auf dem Stuttgarter Schlossplatz 4000 Ostermarschierer getroffen. In Heidelberg versammelten sich nach Polizeiangaben 2000 Demonstranten am Bahnhof. Im Rheinland mündeten mehrere Veranstaltungen in verschiedenen Städten in ein zentrales Friedensfest in der Düsselforder Altstadt mit rund 1000 Teilnehmern.

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