Großereignis Grammy als Bühne für unzufriedene Millionäre
Pop-Stars protestieren gegen Musikindustrie

Stars protestieren gegen die Musikindustrie: Billy Joel, Sheryl Crow und Stevie Nicks zählen zu den Künstlern, die im Februar in Los Angeles fünf Benefiz-Konzerte geben wollen.

dpa/pos LOS ANGELES. Die Einnahmen werden aber nicht für karitative Zwecke gespendet, sondern dienen der Finanzierung eines langwierigen Rechtsstreits mit der Musikindustrie. Seit Monaten protestieren und prozessieren Künstler gegen so genannte "Knebelverträge" der Musikindustrie.

Das Musik-Spektakel wird von der Recording Artist Coalition, einem Verband von über Hundert Musikern, darunter Elton John, die Eagles und die Dixie Chicks, organisiert. Es soll am Vorabend der Grammy-Verleihung, der wichtigsten Show der Musikindustrie, stattfinden. Die Musiker werfen den Plattenlabels "korrupte Geschäftspraktiken" vor und fordern eine Neuregelung der Arbeitsbedingungen.

Die Musiker seien häufig daran gebunden, sieben Platten für eine Firma zu produzieren, bevor sie zu anderen Musikunternehmen wechseln können. Das könne schon mal 14 und mehr Jahre dauern. Solche Abkommen, die vor allem jüngeren Künstlern aufgedrängt werden, seien ein Verstoß gegen das Prinzip gleichberechtigter Chancen von Vertragspartnern, macht die Recording Artists Coalition geltend.

Die Musikindustrie weist im Gegenzug auf die finanziellen Risiken hin, die mit dem Aufbau von Künstlerkarrieren verbunden seien. Wenige erfolgreiche Megastars würden eben auch das Geld einspielen, dass die Unternehmen mit der Investition in später erfolglose Musiker verlöre. Sie fordern die Solidarität der Spitzenverdiener mit den unzähligen unbekannten Musikern ein, die am Anfang der Karriere auf finanzielle Hilfe angewiesen seien.

Unterdessen wurde bekannt, dass David Bowie seinen Vertrag mit der Plattenfirma Virgin nicht verlängern will. Auf seiner Internetseite kündigt Bowie an, künftig nur noch bei seiner eigenen Firma ISO veröffentlichen zu wollen. "Ich habe mir so viele Jahre an den Strukturen der Plattenfirmen den Kopf eingerannt", schreibt Bowie. "Oft war ich nicht einverstanden damit, wie Dinge gelaufen sind, und ich war frustriert, erleben zu müssen, wie langsam alles vor sich ging." Sein eigenes Label solle dagegen "klein, mobil und intelligent" sein.

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