Großes Interesse besteht seitens Russland
Warenterminbörse in Hannover will Handel mit Erdöl-Kontrakten anbieten

Die Warenterminbörse (WTB) in Hannover will ihr bisher auf Agrarprodukte konzentriertes Angebot entscheidend ausbauen. Noch dieses Jahr soll über den Handel mit Terminkontrakten für Erdöl entschieden werden.

dpa-afx HANNOVER. "Die Gespräche laufen", sagte WTB- Vorstand Manfred Zimmer. Es gebe großes Interesse Russlands als Erdölproduzent und Verkäufer. Dies zeige sich auch durch russische Beteiligung am Warentermin-Forum am 22. November.

Auf Käuferseite sieht Zimmer einen Markt bei Investmentabteilungen von Banken oder bei großen Firmen, die ihre an den Erdölpreis gebundenen Risiken absichern könnten. Selbst für Privatanleger seien Erdölkontrakte attraktiv. "Das ist eine Art Heizöl-Reservetank auf der Bank." Wer bei niedrigen Erdölpreisen Terminkontrakte zeichne, könne diese bei gestiegenem Preis verkaufen. "Mit dem Gewinn wird die parallel gestiegene Heizkostenrechnung ausgeglichen", rechnete Zimmer vor.

Der Mitte des Jahres zur WTB gekommene vorherige Bankmanager bezeichnete die Ausweitung des Handels als "riesige und ambitionierte Herausforderung". "Aber wir brauchen als Spezialist für Rohstoffe noch mehr Breite und Liquidität." Bisher werden an der WTB vor allem Terminkontrakte für Schweine, Kartoffeln, Raps, Weizen und Altpapier gehandelt. Eine Aufstockung des Kapitals sei für die Ausbaupläne nicht erforderlich. "Die Kalkulationen sind auf eine ausreichende Liquidität bei steigendem Handelsvolumen ausgelegt", erklärte Zimmer.

Er geht dabei von einem jährlichen Handelswachstum von 65 % aus. In diesem Jahr seien es im wichtigsten Produkt Schweine bisher bereits mehr als 100 % gewesen. So wurden 2001 bislang über 50.000 Kontrakte gehandelt, im Vorjahr waren es insgesamt gut 35 000.

Die Warenterminbörse war zum Start 1998 mit 9 Mill. DM ausgestattet worden und hatte im vergangenen Jahr weitere 2 Milli. DM erhalten. Das Land Niedersachsen unterstützte die Börse zusätzlich mit mehreren Mill. DM. Zu ihren Aktionären gehören unter anderem die aus 200 Mitgliedern bestehende Beteiligungsgesellschaft EWB mit 53 % sowie die Börsen Hannover und Hamburg mit zusammen 30,4 %.

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