"Großes Loch" in der Vereinskasse
FC Bayern: Das Aus und die finanziellen Folgen

Das erstmalige Vorrunden-Aus in der Champions League hat für den FC Bayern München gravierende finanzielle Folgen und kann auch Konsequenzen für die Personalplanung nach sich ziehen. Verschärft wird die Situation durch das Verpassen des Uefa-Cups, der noch gute Verdienst-Möglichkeiten geboten hätte.

HB/dpa LA CORUNA/MÜNCHEN. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge sprach von einem "großen Loch", das nun zu schließen sei. Manager Uli Hoeneß hatte in der Vorwoche eine Größenordnung genannt: "Wenn wir nicht mal im Uefa - Cup spielen, ist das ein Einnahme-Verlust von 15 Mill. Euro."

Die Bayern hatten im Vorjahr, als sie im Viertelfinale ausschieden, in der Champions League 31,9 Mill. Euro an Prämien kassiert. Ähnliches wäre nun im günstigsten Fall auch im Uefa-Cup möglich gewesen, wie das Beispiel von Vorjahres-Finalist Borussia Dortmund zeigte. Im Gegensatz zur Champions League werden im Uefa-Cup die Spiele dezentral vermarktet. Das heißt, dass die Vereine ihre Heimspiele selbst vermarkten können. Bayern-Spiele wären wegen der erfahrungsgemäß hohen Einschaltquoten bei den deutschen TV-Anstalten und Sponsoren (Bandenwerbung) sehr begehrt gewesen.

In der Champions League gibt es abgesehen von den hohen Einnahmen aus dem TV-Pool, die sich aus der Platzierung in der letztjährigen Bundesliga-Saison sowie der Anzahl der Spiele jedes einzelnen deutschen Starters errechnen, erst vom Viertelfinale an hohe Erfolgs- Prämien zu verdienen. Für die sechs Partien der Zwischenrunde erhält jeder Verein "nur" garantierte 1,8 Mill. Euro von der Uefa, inklusive Siegprämien sind maximal 3,6 Mill. Euro an Prämien in der zweiten Gruppenphase möglich. Für Viertelfinalisten gibt es jeweils zusätzlich 2,45, für Halbfinalisten 3,07, im Finale erhält schon der Verlierer 3,68 Mill. Euro.

In der laufenden Saison haben die Bayern bisher 2,6 Mill. Euro an Uefa-Prämien auf ihr Konto gebracht. Der Betrag setzt sich aus der Antrittsprämie für die Vorrunde in Höhe von 920 325 Euro, einer Auflaufprämie für die bisherigen fünf Spiele von insgesamt 1,53 Mill. Euro und einer Prämie von 153 388 Euro für den Punktgewinn beim 1:1 in Lens zusammen. Mit einem Sieg in der abschließenden Partie gegen die Franzosen am 13. November könnten die Münchner ihr Prämienkonto um maximal weitere 620 000 Euro aufstocken. Dazu fließen rund 10 Mill. Euro aus dem TV-Pool in die Kasse der Münchner.

In ihrem Etat haben die Bayern dem Vernehmen nach nur die Vorrunde einkalkuliert. Jedoch wären die Mill. aus den nächsten Runden gerade in Zeiten der Einnahme-Verluste aus den Bundesliga-TV-Rechten auch für den Weltpokalsieger wichtig gewesen. Zumal mit dem gerade begonnenen und rund 300 Mill. Euro teuren Stadionprojekt eine große Bürde auf dem Rekordmeister lastet. Ein wichtiger Posten in der Finanzplanung der seit Jahresbeginn existierenden FC Bayern AG sind die Sponsoren. Die Bayern schlossen innerhalb eines Jahres Verträge mit Partnern wie adidas, Allianz, Telekom, Audi und Coca Cola.

Hoeneß hatte vor dem Spiel Konsequenzen für den Profi-Kader angekündigt. In den nächsten Wochen werde man genau beobachten, wie die Spieler Charakter zeigen, sagte der Manager im "Bild"-Interview (Dienstag-Ausgabe). Bei einer Niederlage könne man nicht zur Tagesordnung übergehen. "Da müssen wir uns schon überlegen, ob wir im Kader nicht Korrekturen vornehmen."

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