Großhändler hält an Gewinnprognose fest
Ahold enttäuscht Börsianer

Der niederländische Lebensmitteleinzelhändler Royal Ahold NV hat mit seinem ersten Nettoverlust in über zehn Jahren die Börsianer enttäuscht.

Reuters AMSTERDAM. Zudem bleib Ahold mit dem am Donnerstag im Quartalsbericht ausgewiesenen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen sowie seinem Umsatz hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Der nach Umsatz weltweit drittgrößte Lebensmittelhändler, der vor allem auf dem US-Markt tätig ist, bekräftigte zugleich seine Gewinnprognose für das laufende Gesamtjahr und sagte für 2003 höhere Umsätze voraus. Der Kurs der im Dow-Jones-Stoxx50 für die größten Werte der Euro-Zone gelisteten Aktien fielen zeitweise um 4,4 % auf 17,21 Euro.

"In diesem Quartal weist Ahold seinen ersten Verlust seit vielen Jahren aus", erklärte Ahold-Chef Cees van der Hoeven. "Fast überall in der Welt, ist das Umfeld für den Handel schwierig", füge van der Hoeven hinzu. Es sei schwer, den Umsatz zu steigern, und der Ausblick habe sich noch nicht verbessert. In dem Nettoverlust von 197,5 Mill. Euro ist den Angaben zufolge eine zuvor schon bekannt gegebene Abschreibung aus dem Zusammenbruch des argentinischen Joint-Venture Velox Retail Holding-Partners enthalten, die mit 490 Mill. Euro aber etwas höher als ursprünglich von Ahold mit 350 bis 450 Mill. Euro veranschlagt ausfiel.

Konzern strebt Umsatzwachstum von 5 % an

Ahold teilte weiter mit, im zweiten Qaurtal sei der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 11,9 % auf 777,8 Mill. Euro gestiegen. Damit wurden die Erwartungen der Analysten, die durchschnittlich mit einem Anstieg auf 780 Mill. Euro von 695 Mill. Euro gerechnet hatten aber nicht ganz erfüllt. Die Prognosen hatten von 734 Mill. bis 866 Mill. Euro gereicht. Auch mit seinem Umsatzanstieg von 7,3 % auf 17,3 Mrd. Euro verfehlte der Konzern die Prognosen der Analysten von 17,9 Mrd. Euro.

Ahold sagte wie schon früher für 2002 einen Anstieg des Gewinns je Aktie vor Währungseffekten, Abschreibungen und Sonderposten von 5 bis 8 % voraus. Für 2003 strebt der Konzern ein organisches Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent an.

Analyst hält Pognose für zu optimistisch

Börsianer äußerten sich indes enttäuscht über das Ergebnis. "Aholds Umsatz und Gewinn vor Sonderposten waren niedriger, und die Abschreibung war größer", erklärte Krijn Moens, Fondsmanager bei Eureffect in Amsterdam. Zudem schienen die Prognosen etwas zu optimistisch zu sein, fügte Moens hinzu, wenn man die derzeitige Wirtschaftslage betrachte.

Ahold, betreibt die größte Supermarktkette der Niederlande. Der Konzern, erwirtschaftet rund 60 % seines Umsatzes in den USA. Der Aktienkurs erholte sich an der Amsterdamer Börse in einem schwächeren Marktumfeld im Verlauf wieder etwas auf 17,66 Euro.

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