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Großhandelssparte der Metro expandiert im Jubiläumsjahr kräftig

Der Erfolg hat viele Väter, sagt der Volksmund. Bei der Metro sind es drei. Der heute 80-jährige Otto Beisheim hatte die Geschäftsidee, die Kaufleute Michael und Reiner Schmidt-Ruthenbeck und die Familie Haniel verfügten über das nötige Startkapital.

dpa-afx DÜSSELDORF. Der Erfolg hat viele Väter, sagt der Volksmund. Bei der Metro sind es drei. Der heute 80-jährige Otto Beisheim hatte die Geschäftsidee, die Kaufleute Michael und Reiner Schmidt-Ruthenbeck und die Familie Haniel verfügten über das nötige Startkapital. Zusammen gründete das Trio den Metro-Großhandel und legte damit auch den Grundstein für den gleichnamigen Handelsriesen. Der Metro-Großhandel hat an diesem Mittwoch Geburtstag: Der erste Markt wurde vor genau 40 Jahren in Mülheim an der Ruhr eröffnet.

Cash & Carry, Bezahlen und Mitnehmen, lautet bis heute das Motto. Was im Einzelhandel Fuß gefasst hatte, übertrug Beisheim vor 40 Jahren auf den deutschen Großhandel: die Selbstbedienung. Statt Waren auf Rechnung zu bestellen und auf Lieferung zu warten, konnten von da an Gewerbetreibende schnell und billig selbst einkaufen. Im Zeitalter des Wirtschaftswunders fiel dieses Konzept auf fruchtbaren Boden. Die Idee erwies sich als Goldgrube. Das Unternehmen wuchs und schluckte Wettbewerber um Wettbewerber und ist heute mit einem Konzernumsatz von 53,6 Mrd. Euro (2003) der größte deutsche Handelskonzern.

Das Stammgeschäft Großhandel expandiert in seinem Jubiläumsjahr kräftig im Ausland. Bis zum Jahresende 2004 will Metro Cash & Carry in Serbien und Moldawien starten. Damit werde die Großhandelssparte dann in insgesamt 28 Ländern vertreten sein, sagte ein Sprecher am Dienstag in Düsseldorf. Der Gesamtkonzern Metro, dem die Stammsparte ihren Namen gab, werde dann sogar in 30 Ländern Europas und Asiens aktiv sein. Die Geschäftsidee Cash & Carry, die Beisheim nach einer USA-Reise kam, ist damit zu einem deutschen Exportschlager geworden.

Für die Metro AG ist der Großhandel neben den Elektronikmärkten Mediamarkt/Saturn (Werbeslogan: "Ich bin doch nicht blöd" und "Geiz ist geil") der stärkste Wachstumsmotor. Im ersten Halbjahr 2004 stieg der Umsatz von Metro Cash & Carry um 5,1 Prozent auf 12,3 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) nahm um acht Prozent auf 290,5 Mill. Euro zu. Die Metro AG, zu der auch die Kaufhof-Warenhäuser, die Lebensmittelhändler Real und Extra sowie die Praktiker-Baumärkte gehören, nimmt etwa jeden zweiten Umsatz-Euro in ihren Großhandelsmärkten mit dem blau-gelben Metro-Firmenlogo ein.

Einkaufen können bei Metro Cash & Carry nur Gewerbetreibende, die eine Kundenkarte besitzen. Zum Erfolgsrezept von Cash & Carry der Stammsparte gehört ein hoher Umsatz pro Kassenbon. Ob Kartoffelsalat, Pommes, Soßenpulver oder Speiseeis: Viele Waren werden in großen Packungen für die Großverbraucher kilo- statt grammweise verkauft. Obst oder Gemüse gehen oftmals kistenweise weg. "Ein Cash & Carry- Markt kommt mit der Hälfte des Kapitaleinsatzes eines SB-Warenhauses aus und hat eine fast doppelt so hohe Produktivität", erläuterte Konzernchef Hans-Joachim Körber in einem Interview das Erfolgsrezept.

Die heutige Metro Group entstand 1996 durch die Verschmelzung von Metro, Kaufhof und Asko. Im Konzern standen in diesem Jahr mit 125 Jahre Kaufhof und 25 Jahre Mediamarkt zwei weitere Geburtstage an.

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