Grossinstitute haben sich geeinigt
Hypo-Banken fusionieren

Im Hypothekengeschäft formiert sich ein neuer Anbieter. Deutsche, Dresdner und Commerzbank bündeln ihre Töchter und setzen auf größere Schlagkraft und Kostenvorteile.

FRANKFURT/M. Die Fusion der Hypothekentöchter von Deutscher und Dresdner Bank sowie Commerzbank steht kurz vor dem Abschluss. Details über das neue Institut mit dem Namen Eurohypo sollen in Kürze veröffentlicht werden. Durch den Zusammenschluss von Eurohypo (Deutsche Bank), Rheinhyp (Commerzbank) und Deutsche Hyp (Dresdner Bank) entsteht der größte Immobilienfinanzierer in Deutschland. Mit einer Bilanzsumme von 237 Mrd. Euro schiebt sich das neue Institut vor die Tochter der Hypo-Vereinsbank, HVB Real Estate, und die Depfa Deutsche Pfandbriefbank.

Wie das Handelsblatt aus Kreisen der Beteiligten erfuhr, wird ab 2004 mit Synergieeffekten von jährlich rund 128 Mill. Euro gerechnet. Die erwarteten Kosten für die anstehende Restrukturierung werden mit 125 Mill. Euro beziffert. Zudem ist geplant, rund 800 der insgesamt 3 000 Arbeitsplätze abzubauen. Der Vorstand der Deutschen Hyp, Dirk Wilhelm Schuh, soll neben Bernd Knobloch von der Eurohypo stellvertretender Vorstandschef werden. Das fusionierte Institut führt Rheinhyp-Vorstand Karsten von Köller.

Nach dem heutigen Stand werden die Deutsche und die Commerzbank jeweils einen Anteil von mehr als einem Drittel an der neuen Eurohypo halten. Die Dresdner Bank als Mutter des kleinsten Fusionspartners werde voraussichtlich knapp unter 30 % liegen, heißt es aus den Hypothekenbanken.

Der Zusammenschluss soll in der zweiten Jahreshälfte 2002 nach der Zustimmung durch die Hauptversammlungen rechtswirksam werden. Da der Anteil der freien Aktionäre unter vier Prozent liegt, stellt die Zustimmung der Hauptversammlungen keine Hürde dar. Zunächst soll der Streubesitz in der aktuellen Höhe erhalten bleiben. Zu einem späteren Zeitpunkt planen die Banken, sich von einem Teil ihrer Aktien zu trennen. Die Hypothekenbanken gehören nicht mehr zum Kerngeschäft der Institute.

Geschäftlicher Schwerpunkt der neuen Bank soll die gewerbliche Immobilienfinanzierung auf europäischer Ebene werden. Die Fusion soll die Schlagkraft der Hypothekenbanken erhöhen, eine Expansion in Europa erleichtern und Kostenvorteile durch Größe bewirken. Die Margen im europäischen Ausland sind deutlich attraktiver als in Deutschland - bislang ohne wesentlich höhere Risiken. Die neue Bank tritt damit in Konkurrenz zur HVB Real Estate und Depfa, die ihre Marktpositionen in der europäischen Immobilienfinanzierung ebenfalls rasch ausbauen wollen.

Die neue Eurohypo plant zudem, das Investment-Banking mit Immobilien auszuweiten. Hier sind hohe Margen mit Beratungsmandaten zu verdienen. Das Privatkundengeschäft werde in standardisierter Form weitergeführt, um durch die Bündelung die Kosten zu senken.

Deutsche Bank, Commerzbank und Dresdner Bank profitieren von der Fusion ihrer Töchter, weil sie deren Finanzierungen künftig nicht mehr mit ihrem Eigenkapital unterlegen müssen und so ihre Kapitalkosten reduzieren.

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