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Großkunden stoppen Verkauf der neuen Siemens-Handyreihe wegen Softwarefehlers

Siemens muss einem Pressebericht zufolge einen Verkaufsstopp seiner kompletten neuen Handyreihe hinnehmen. Auf Grund eines möglicherweise gefährlichen Softwarefehlers bei allen neun Modellen der 65er Serie hätten die Großkunden Media Markt, T-Mobile , Vodafone , E-Plus und O2 die Geräte am Donnerstag aus dem Sortiment, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Freitagausgabe.

dpa-afx DÜSSELDORF. Siemens muss einem Pressebericht zufolge einen Verkaufsstopp seiner kompletten neuen Handyreihe hinnehmen. Auf Grund eines möglicherweise gefährlichen Softwarefehlers bei allen neun Modellen der 65er Serie hätten die Großkunden Media Markt, T-Mobile , Vodafone , E-Plus und O2 die Geräte am Donnerstag aus dem Sortiment, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Freitagausgabe.

"Wir verkaufen die Reihe nicht mehr", sagte ein Media-Markt-Sprecher der "FTD". Die Geräte würden aus den Regalen genommen. Auf Grund des Fehlers kann es beim Abbruch eines Telefonats wegen eines leeren Akkus zum lauten Abspielen der Ausschaltmelodie kommen. "Im Extremfall könnte die Lautstärke zu Hörschäden führen", teilte Siemens am Donnerstag mit. Das Problem betrifft den Handyabsatz in Europa und Asien.

Neben dem Imageschaden drohen der Zeitung zufolge dem Konzern finanzielle Einbußen durch den entgangenen Umsatz und Schadensersatzforderungen von Großabnehmern wie der Deutschen Telekom. "Wir rufen Geräte zurück und rüsten diese mit neuer Software aus. Die Kosten dafür muss Siemens tragen", sagte ein Telekom-Sprecher der "FTD".

Siemens Will MIT 65er-Serie Aufholen

Ausgerechnet mit den vom Softwarefehler betroffenen Handys habe Siemens den Rückstand seiner defizitären Mobilfunksparte zur Konkurrenz wettmachen wollen. Die Aufholjagd werde sich nun verzögern, sagte Nicolas von Stackelberg, Analyst bei der Investmentbank Sal. Oppenheim, der Zeitung. "Das wird einen negativen Effekt auf den Marktanteil und den Umsatz haben", zitiert die "FTD" Neil Mawston, Analyst von der Marktforschungsfirma Strategy Analytics.

Wie lange sich der Verkaufsstopp der Netzbetreiber und Elektronikhändler hinziehen werde, sei offen. "Wir hoffen, dass wir Anfang September wieder fehlerfreie Handys im Angebot haben. So lange halten wir am Auslieferungsstopp fest", sagte ein Sprecher von O2 der "FTD". In dieser Zeit könnten Rivalen Siemens weiter Marktanteile abjagen. "Ein Kunde schließt auch einen Vertrag, wenn er kein Siemens-Handy bekommen kann", sagte eine Sprecherin des Netzbetreibers E-Plus. Ihm wird dann möglicherweise ein Handy eines anderen Herstellers verkauft./

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