Großorders aus dem Ausland
Auftragseingänge im Dezember deutlich gestiegen

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland sind besonders wegen einer gestiegenen Inlandsnachfrage deutlicher als erwartet gestiegen. Die Orders seien im Dezember um 5,0 (November 0,6) % gestiegen wobei allerdings eine Abwärtskorrektur nicht auszuschließen sei, teilte das Bundesfinanzministerium (BMF) mit.

Reuters BERLIN. Der Orderanstieg sei zum Teil auf eine außergewöhnliche Häufung von Großaufträgen besonders aus dem Ausland zurückzuführen. "Noch stärker schlägt jedoch zu Buche, dass die Bestellungen aus dem Inland - bei geringerem Einfluss von Großaufträgen - sogar überdurchschnittlich zugenommen hat", hieß es weiter. Die Unternehmen hätten 5,6 % mehr Orders aus dem Inland und 4,5 % mehr aus dem Ausland erhalten.

Von Reuters befragte Volkswirte hatten für Dezember im Durchschnitt nur einen Anstieg um 0,1 % erwartet, die optimistischste Schätzung hatte bei plus 1,5 % gelegen.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich November/Dezember gegenüber September/Oktober habe sich die Zahl der Aufträge erstmals seit einem halben Jahr wieder erhöht, hieß es weiter. Das Auftragsplus habe im Zweimonatsvergleich 2,9 % betragen. Im Vergleich zur Vorjahresfrist gingen die Neuaufträge dem BMF zufolge im November/Dezember um 9,0 % zurück. Auf Basis von Bundesbank-Daten ergibt sich für Dezember nach Reuters-Berechnungen ein Rückgang von 4,9 (November 9,2) Prozent. Analysten hatten für Dezember mit einem deutlicheren Rückgang von 9,2 % gerechnet.

Helaba-Volkswirt Stefan Mütze bezeichnete es als besonders erfreulich, dass alle Sparten ein Auftragsplus verzeichnen konnten. Die Produzenten von Vorleistungsgüter bekamen den BMF-Angaben zufolge 4,9 Prozent mehr Aufträge als im November und die Orders der Investitionsgüterhersteller stiegen um 6,2 Prozent. Auch die Produzenten von Konsumgütern hätten ein Plus von 1,2 Prozent verzeichnet, teilte das BMF mit.

Der gestiegene Auftragseingang untermauert den Analysten zufolge, dass mit einer baldigen Erholung der deutschen Industrie zu rechnen sei. "Zusammen mit den gestiegenen Frühindikatoren in Deutschland und den USA deutet sich eine baldige Erholung an", sagte Mütze. Allerdings warnten die Volkswirte davor, einen Monatswert bei den Ordereingängen überzubewerten und Schlüsse über den genauen Zeitpunkt und die Stärke des Aufschwungs zu ziehen. "Es gibt noch keine Hinweise darauf, wie stark die Erholung sein wird", sagte Guntermann.

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