Großprojekte teurer
Deutsche Bahn macht weniger Verlust als geplant

Die Deutsche Bahn AG wird für 2001 einen niedrigeren Verlust als eingeplant ausweisen, rechnet bei Großprojekten aber mit höheren Kosten.

dpa BERLIN. Dies teilte der Konzern nach einer Sitzung des Aufsichtsrats am Mittwoch in Berlin mit. Bei einem Umsatzplus von 1,6 Prozent auf 15,75 Milliarden Euro fuhr die Bahn rund 205 Millionen Euro Verluste ein, 173 Millionen weniger als erwartet.

Teurer wird beispielsweise die fast schon fertige Neubaustrecke von Köln zum Flughafen Frankfurt am Main: Statt 4,6 Milliarden Euro soll sie nun sechs Milliarden Euro kosten.

Begründet wurde das negative Betriebsergebnis mit dem Modernisierungsaufwand und erneut hohen Investitionen. Die Investitionen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 205 Millionen auf gut 7 Milliarden Euro. Im Bereich Fahrweg wurden 500 Millionen Euro mehr investiert.

Die Mehrbelastungen auf der Strecke von Köln zum Frankfurter Flughafen ergeben sich nach Angaben der Bahn aus Umwelt- und Lärmschutzauflagen sowie "allgemeinen Kostensteigerungen. Auch beim Neubauprojekt Lehrter Bahnhof in Berlin rechnet sie mit "weiteren erheblichen Kostenrisiken". Als Grund nannte sie den "komplexen und zu Verzögerungen führenden Bauplanungs- und Genehmigungsprozess". Am Ziel, den dann größten europäischen Bahnhof zur Fußball-WM 2006 in Betrieb zu nehmen, hält Bahnchef Hartmut Mehdorn aber fest.

Auch die Neu- und Ausbaustrecke Nürnberg-Ingolstadt-München sei aus heutiger Sicht mit weiteren Risiken belastet, schreibt die Bahn. Die Kostenschätzung belaufe sich auf 3,6 Milliarden Euro. Die festgestellten Baugrundprobleme machten erhebliche Zusatzarbeiten und zum Teil Planfeststellungen notwendig.

Die Verkehrsleistung im Personenverkehr lag nach Angaben der Bahn knapp über dem Vorjahr. Damals waren es 74,4 Milliarden Personenkilometer. Die Verkehrsleistung im Güterverkehr lag knapp unter dem Vorjahresniveau von 80,6 Milliarden Tonnenkilometern. Ende 2001 hatte die Bahn noch etwa 214 000 Beschäftigte, rund 3,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die endgültigen Jahreszahlen sollen am 16. Mai mitgeteilt werden.

Der Aufsichtsrat der Bahn stimmte ferner den Vereinbarungen mit dem britischem Vodafone-Konzern über die Telekom-Gesellschaft Arcor zu. Damit wird die Bahntelekommunikation mit einem Umsatz von 430 Millionen Euro aus Arcor herausgelöst und zum 1. April 2002 das Gemeinschaftsunternehmen Arcor DB Telematik GmbH gegründet. Die Ausgliederung war bereits im vergangenen Sommer vereinbart worden. Mit der Einigung ist der Weg frei für einen Börsengang von Arcor.

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